Die Kurzgeschichte (eine Lehnübersetzung des englischen Begriffs short story) ist eine moderne literarische
Form der Prosa, deren Hauptmerkmal eben in ihrer Kürze liegt. So steht es geschrieben auf Wikipedia. So richtig schlau
über die Länge oder den Umfang einer Kurzgeschichte bin ich nicht geworden. Man googelt und liest und dann steht dort dies und dort jenes, aber kurz sollte sie sein, die Geschichte, das steht
fest.
Für mein Studium der Belletristik an der Großen Schule des Schreibens durfte ich schon einige Kurzgeschichten schreiben, mit, wie ich finde extremer Zeilenbeschränkung. Zwischen 70 und 80 Zeilen auf einer Normseite stehen mir dabei zur Verfügung, in denen ich eine Geschichte abarbeiten soll - siehe "Schwarzer Schatten". Anfangs hat mich das geärgert, hätte ich doch so vieles zu schreiben gewusst. Doch wie sagt ein Sprichwort: "In der Kürze liegt die Würze" und nur wer das weglassen beherrscht, kann mit wenigen Worten viel erzählen. Wobei, eine Kurzgeschichte muss nicht unbedingt auf 70 bis 80 Zeilen beschränkt sein. Sie kann durchaus auch 15 bis 20 Seiten lang sein, oder aber sie ist ganz kurz.
Überflüssige Schnörkel und ausschweifende Beschreibungen, wie die rote Farbe und die karierte Musterung des Taschentuchs vom verstorbenen Großvater, das ihm seinerzeit im zweiten Weltkrieg, im Russlandfeldzug, das Leben gerettet hat, weil er es nie zum Schnäuzen benutzte sondern immer sauber gefaltet im Hemdstascherl verstaut trug. Und so flatterte im entscheidenden Moment, an seinen Karabiner gebunden, das rotkarierte Taschentuch aus einem Bombentrichter, wo der Großvater schwer verwundet gelegen hat. So wurden vorbeiziehende Kameraden auf seine missliche Lage aufmerksam.
Wie du siehst, kann man eine Kurzgeschichte ganz kurz gestalten.
Viel Spaß beim Lesen!
Zitat von Susanna Tamaro:
„Man schreibt nicht oder sollte nicht schreiben, um die Zustimmung und das Lob der anderen zu erringen, sondern um etwas zu zeigen, was die anderen nicht sehen.“