Aschenputtel tanzt nicht mehr

Krimi von Béla Bolton

Ein Märchenmörder in Konstanz am Bodensee


Mit Märchen ist das so eine Sache, mitunter sind sie ja ziemlich blutrünstig. Wenn dann ein psychopathischer Killer auf die Idee kommt, nach einem Märchen der Gebrüder Grimm zu morden, wird auch die Realität für ermittelnde Beamte zum Grauen.


Von der Beerdigung eines Kollegen, wird Hauptkommissar Alexander Thal zu einem Leichenfund gerufen. Eine verweste Frauenleiche wurde vom Hund eines Spaziergängers im Lorettowald nahe Konstanz am Bodensee ausgebuddelt. Die Frau wurde, wie sich später herausstellt, erwürgt, eine Zehe amputiert, das Fersenbein zertrümmert und als wäre das noch nicht genug, wurden ihr auch die Augäpfel entfernt. Ein Schuh wird bei der Leiche gefunden, ein Goldener, aber nur einer, was das Team von Thal anfangs verwirrt. Die Ermittlungen laufen auch Hochtouren und es stellt sich bald heraus, dass es nicht nur eine Frauenleiche mit diesen seltsamen Merkmalen gibt. In der Schweiz und den USA gibt es ähnliche, ungeklärte Mordfälle, was natürlich den Druck auf die Tatortgruppe nicht mindert. Denn der »Imam« möchte sich, wie meist die Vorgesetzten, so rasch wie möglich im medialen Scheinwerferlicht des Erfolges seiner Dienststelle sonnen.


Béla Bolton ist mit »Aschenputtel tanzt nicht mehr« ein ausgezeichneter Thriller gelungen. Die Charaktere sind einprägsam herausgearbeitet, die Story ist rund und hält den Leser bis zum Schluss gefangen. Auch wenn man bald dahinterkommt, wer der/die Mörder sein könnten, so nimmt es dem Buch nicht seine Spannung, weil man mit Hauptkommissar Thal und seiner Gruppe mitfiebert, wie man den/die Täter überführen könnte.


Den eines steht außer Zweifel, wer weltweit, über Jahre hinweg, Frauen erwürgt und verstümmelt und dabei nicht erwischt wurde, der muss schon mit allen Wassern der Manipulation, List und Rhetorik gewaschen sein.


Zweifelsohne nicht der letzte Krimi, den ich von Béla Bolton gelesen habe.