Aufgabe 13: Töte sie alle!

von Christian Biesenbach

Grausam spannende Mörderjagd

 

Man sollte nicht an Klaustrophobie leiden, wenn man Christian Biesenbachs neuen Thriller liest. Denn so viel kann ich verraten: es wird mitunter eng, es geht durch finstere Tunnel, mit allerlei Getier, die Luft wird stickig, und der Gejagte Eddy Hauser ist nicht in guter mentaler Verfassung, wenn man seine Panikattacken und zeitweisen Wahnvorstellungen so lapidar beschreiben möchte.

 

Aber wer würde da nicht wahnsinnig werden, wenn einen die Arbeitskollegen wie einen Hasen durch das riesige Anwesen des Chefs jagen, weil sie glauben, man hätte drei von ihnen getötet. Dabei ist es der morbide Plan des todkranken TC-Paper Firmeninhabers Donald Tuckstetter, Eddy Hauser in einem „Spiel“, wo es um seine Nachfolge geht, eliminieren zu lassen – und ein paar lästige Angestellte gleich mit.

 

Dazu lädt er 13 Firmenmitglieder von TC-Paper in sein Anwesen, in ein abgelegenes Tal der Rocky Mountains und betraut jeden von ihnen mit einer Aufgabe. Wer sie am besten löst, so sagt er, könnte sein Nachfolger werden. Die Gier nach Macht und Reichtum ist plötzlich formatfüllend im Speisesaal. Nur eine Sekretärin und der an Panikattacken und Halluzinationen leidende Büroangestellte Eddy Hauser wollen nicht mitspielen und lieber sofort abreisen, was ein monströser Schneesturm, der über das Tal regiert, unmöglich macht. Als nach einer Nacht mit schaurigen Alpträumen die grausam zugerichtete Leiche der Sekretärin vor dem Panoramafenster des Speisesaals baumelt, dreht Eddy Hauser durch. In dem Glauben, das Mädchen getötet zu haben (er ist blutverschmiert aufgewacht und die Sekretärin wurde an seinem Fenster aufgehängt) weiß er, dass er ab sofort von allen anderen gejagt wird.

 

In einem weiteren Erzählstrang kommt eine Agentin, die Eddy Hauser überwachen soll, in das leidvolle Vergnügen erwischt zu werden, und sie wird von zwei hanebüchenen Brüdern, die nur eines mit ihr im Sinn haben, zum Anwesen transportiert. Damit ist Chef Tuckstetter aber so gar nicht einverstanden, denn eine nicht mehr erreichbare Bundesagentin löst zwangsläufig eine Suchaktion aus. Während die Brüder beim Rapport sind, gelingt es der Agentin, sich von den Fesseln zu befreien und in den Tiefen des Anwesens zu verschwinden. Dort trifft sie auf Eddy Hauser und somit auf den Haupterzählstrang, die sich jetzt beide verbinden und die Gejagten setzen zur gemeinsamen Flucht an. Die restlichen noch Lebenden werden darüber informiert (das Haus hat natürlich Videoüberwachung), wo sich die Beiden aufhalten. Und weiter geht die wilde Jagd auf Leben und Tod.

 

Anfangs erinnerte mich das Szenario an einen Agatha Christie Krimi aus längst vergangenen Tagen, aber der Autor hat da eine Schippe draufgelegt, nein, mehrere. Denn sein Thriller hat mich von Anfang an in den Bann gezogen (vielleicht mal abgesehen von den manchmal doch intensiven Beschreibungen der Räumlichkeiten) und mir ein Angst machendes Bild vermittelt, wie Eddy Hauser und die Agentin ums Überleben kämpfen. Eindringlich, rasant und engmaschig, webt Christian Biesenbach seine gut lesbare Geschichte, dabei steigert er kontinuierlich das Tempo und hält die Spannung bis zur letzten Seite.

 

 

Also für mich gehört „Aufgabe 13: Töte sie alle!“ definitiv zu den besten Thrillern, die ich gelesen habe.