Bär im Bierkrug, Gott und Teufel

von Herbert Dutzler

Vierzehn Kurzkrimis, österreichischer geht’s kaum.

 

Bär im Bierkrug, Gott und Teufel? Was zum Teufel ist dem Herbert Dutzler da wieder eingefallen, dachte ich amüsiert und griff zu seinem neuesten Buch. „Österreichisch, mörderisch, gut: Kurzgeschichten von Herbert Dutzler“, stand am Inlett des Umschlags. Und von der Rückseite grinste mich der Autor an. Verfasser so uriger, amüsanter und unheimlich spannender Gasperlmaier-Lektüre, sympathisch, neckisch, so, dass ich neugierig wurde, was zwischen dem Einband geschrieben steht.

 

Jedenfalls kein Gasperlmaier, so viel sei hier schon einmal verraten. Aber die vierzehn brillant geschriebenen Kriminalgeschichten haben es wahrlich in sich. Eine Sammlung bester Unterhaltung, aus der Feder von Herbert Dutzler – ein Must Have für alle Dutzler Fans. Aber nicht nur die werden mit dieser Lektüre ihre Freude haben. Ich setzte mich stante pede in meinen Lesesessel und mein Geist versank in die „Dutzlerschen“ Geschichten.

 

Es war aufregend, dort von einer langsam schmelzenden Wachsfigur auf einem Christkindlmarkt zu lesen, der ein grausiges Geheimnis innewohnt. Bei einer Geschichte wurde mir direkt unwohl, als ich mich zu intensiv in die vorzüglich beschriebene Szenerie einer hochalpinen Mutterentsorgung hineinversetzte. Bei einer anderen wiederum, bauernschlau ohne Zweifel, musst ich herzhaft über den Wortwitz lachen, und die Geschichte „Pisser“ stimmte mich direkt nachdenklich, ob ich nicht manchmal auch übertrieben habe und heute nur hier sitze, weil ich einfach Glück hatte.

 

Der Wortwitz, die Spannung, die brillanten Dialoge, die kurzen und prägnanten Beschreibungen der Szenarien, die handelnden Charaktere und ihrer Wesensart und die oft überraschenden Wendungen in den Geschichten haben mich beim Lesen köstlich unterhalten. Außerdem war interessant zu lesen, was der großartige Herbert Dutzler so schreibt, wenn der Gasperlmaier mal nicht die Hauptfigur in einem seiner Romane ist.

 

 

Das Buch ist als kurzweilige Lektüre sehr empfehlenswert und sollte für angehende Krimiautoren eine Inspiration darstellen. Denn so gekonnt wie Herbert Dutzler gelingt es nur den Wenigsten, Geschichten mit wenigen Worten spannend, unterhaltsam und einer Brise Originalität zu servieren.