Das Amt für versäumte Ausgaben

Es war eine unvorhersehbare Unvorhersehbarkeit …


… als sich der Kurzgeschichtenband „Das Amt für versäumte Ausgaben“, mit zum Teil echt skurrilen Geschichten, von Uwe Hermann auf meinem Kindle materialisierte. Schon die Titel der diversen Kurzgeschichten ließ meine Erwartungshaltung steigen, und …, der Autor hat mich nicht enttäuscht.


Die etwas abgedrehten Fantasien des Herrn Hermann, und die hervorragende und stilsichere Umsetzung selbiger, sind mir ja seit seinem Buch "Die Arbeitsplatz-Lotterie" bestens bekannt. Aber diesmal hat sich der Autor selbst übertroffen, wie ich finde. In seinem 4. Kurzgeschichtenband habe ich des Öfteren grinsend meinen Blick vom Kindle hochgenommen und mich gefragt: „Wo nimmt der Mann nur all seine Ideen her.“


Da tummelten sich plötzlich Kolonialisten aus einer fernen Galaxie, die einen „heiligen Wasserabsperrhahn“ verehren, auf meinem E-Book Reader, und schon am Anfang es ging drunter und drüber, als ich durstig nach Silben „Das Gasthaus am Ende der Dimension“ besuchte. Mit seinen fantastischen Geschichten bescherte mir der Autor einen Blick in die Zukunft, zum Beispiel in „Mensch²“, wo er auf wunderbare Weise beschrieb, wie wir Menschen in nicht ferner Zukunft durch biotechnische Implantate eine Leistungssteigerung der besonderen Art erfahren werden. Und in „Versuchsreihe 13 – Die Infektion“, also wirklich, da war ich platt, diese Kurzgeschichte über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Naniten war mir eindeutig zu kurz, die hätte ruhig Romanlänge haben können.


Eines steht außer Frage – schreiben kann er, der Uwe Hermann. Unterhaltend, fesselnd, mitunter mit einer Portion Ironie, aber immer mit einer großen Portion ausufernder Fantasie. Ich liebe diesen Schreibstil, kurzweilige Unterhaltung auf hohem Niveau. Natürlich könnte ich noch über die anderen sechs Kurzgeschichten in „Das Amt für versäumte Ausgaben“ schreiben. Auch alle sehr durchdacht und mit „lesenswert schräger Fantasie“ niedergeschrieben, aber dann würde ich Sie um ein fantasievolles, kurzweiliges Lesevergnügen bringen.


Noch ein Tipp: Lassen Sie sich von Hermanns Geschichten unterhalten, aber glauben Sie nicht alles, was Sie lesen, denn glauben, soll man, wenn das Obst reif ist. ;-)