Der humorvolle Krebs

von Gerald Holzinger


Dem Krebs die Zunge gezeigt


Ein medizinisch-klinisches Kabarett steht unten am Cover und darüber lacht Gerald Holzinger in zwei Versionen – mit und ohne Haare, schwarz-weiß und in Farbe. Sein gewinnendes Lächeln zog mich dann in die ersten Seiten seiner Biografie.


Mit „für mich unheimlich“ positiver Motivation erzählt er darin, wie er zu seiner schicksalshaften Diagnose stand, wie er sein Leben aus einer neuen Perspektive kennenlernte und wie er nie den Mut verlor, gegen sein Schicksal und die Nebenwirkungen der Chemotherapie, seinen Holzinger zu stehen.


Schon in jungen Jahren schaute ich zu diesem Energiebündel auf, wenn er kraftvoll oder sanft in die Tasten seines E-Pianos klopfte und ihm dabei wunderbare Melodien entlockte. Bei der einen oder anderen Truppenübung des österreichischen Bundesheeres durften wir unter seiner Führung die Steiermark gegen imaginäre Feinde verteidigen und zogen uns dabei des Öfteren Schmerzen im Bauchmuskelbereich zu, wenn Wachtmeister Holzinger humorig die Ansprachen seiner ranghöheren Vorgesetzten imitierte. Doch waren die imaginiere Feinde von seinerzeit noch keine Gefahr, so bekam er es Ende Oktober 2012 mit dem schlimmsten Feind zu tun, den sich ein gesunder Mensch vorstellen kann: Krebs.


Mich hat diese ehrliche Buch sehr berührt, nicht nur weil ich Gerald persönlich kenne, und ich war über die durchwegs positiven Ansätze zur Konfliktbewältigung mit der Krankheit fasziniert. Mit Humor gegen Krebs, das konnte ja nur dem Gerald einfallen. Aber wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, dem wird rasch bewusst werden, welch harten Kampf er zu führen hatte, um am Ende mit Haut und Haaren dieses Battle zu gewinnen und dem Krebs die wieder gesundete Zunge zu zeigen.


Respekt, Gerald, ein Buch nicht nur für Krebskranke, sondern auch jene, die glauben, mit sich und er Welt nicht im Reinen zu sein.