Hawelka und Schierhuber spielen das Lied vom Tod

von Günther Pfeifer

There´s No Business Like Showbusiness.

 

Doppelmord in Castingshow, und mittendrin statt nur dabei das schräge Ermittlerduo von Autor Günther Pfeifer – Hawelka und Schierhuber.

 

Die beiden „Sepp´n“ amtshandeln in ihrem aktuellen Fall zu einem Doppelmord in der Showszene, genauer gesagt in einer dieser meist von vornherein abgesprochenen und auf Quote ausgelegten Castingshows. Als wäre ihr Ermittleralltag bei diesen allzeit schauspielernden und mehr oder weniger talentierten weiblichen und männlichen Nachwuchssangessternchen nicht Hölle genug, mahnt Hawelka & Schierhuber wieder mal der meist übel gelaunte Hofrat Zauner alias „Erzherzog“ in seinen Einsatzbesprechungen zu mehr Akribie und Einsatz und somit schnelleren Erfolgen in diesem Promifall. Was die beiden Kollegen nicht mit Gelächter goutieren. Dann taucht auch noch eine junge Staatsanwältin auf, die ins selbe Horn stößt wie der oft einschüchternde Vorgesetzte. Sie will dem Dezernat, allesamt erfahrene Ermittler, unisono die Daumenschrauben anlegen und mit neuen Ermittlungstechniken ihren ersten großen Erfolg einfahren. Da schreitet der „Erzherzog“ ein und die Staatsanwältin wird überraschend nach Tirol versetzt. Seltsam.

 

Bald wissen aber alle Beamten des Dezernats warum, zumindest die, die regelmäßig „Radio Berlakovic“ hören. Weil bei Hertha Berlakovic und ihren Kolleginnen im Sekretariat, laufen die Strippen der Ermittlungsarbeiten (und unlauteren Abhöraktionen im Büro des „Erzherzogs“) zusammen – und nicht nur das! Sie ist sozusagen die Mutter der Kompanie und immer sprudelnde Informationsquelle, die nebenbei noch ihr privates Web-Radio betreibt, um ihre Kollegen nach einem harten Tag etwas aufzuheitern. Ihren beiden Lieblingen Hawelka & Schierhuber verschafft sie oft relevante Infos, um sie ein wenig in die Spur zu bringen.

 

So auch in diesem Fall, in dem zwei Sangeskonkurrentinnen der gerade laufenden Castingshow „Egomania“ ihr Leben nach einem Scherenstich in ihre Herzen aushauchen. Im Laufe der Ermittlungen tritt zu Tage, was sich mündige Bürger wie Hawelka & Schierhuber schon immer gedacht haben: Dass solche Castingshows ein Ort für bemitleidenswerte, egomanisch auf Sieg programmierte, alles dafür Gebende und manchmal dafür auch über Leichen gehende Selbstdarsteller mit einem enormen Drang zu Erfolg und Reichtum sind. Hawelka & Schierhuber, zwei erfahrene, in vielen Jahren Polizeiarbeit abgebrühte Kollegen, können den dritten Mord gerade noch verhindern. Dennoch sind beide aufs Tiefste erschüttert, wie weit Menschen gehen, um die Herzen der Massen zu gewinnen und sich im Licht der Scheinwerfer als Idole feiern zu lassen.

 

Was Autor Günther Pfeifer in seinem Krimi, mit einigem Augenzwinkern und auch Seitenhieben auf diese berühmt, berüchtigten TV-Formate, seinen Lesern in gewohnt souverän ausgearbeitetem Plot und teils witzig ironischem Ton serviert, ist ein Wiener Mordbuben-Krimi von hoher Güte. Die kurzweiligen Dialoge, die herrlich herausgearbeiteten Charaktere, die Handlung in einer dieser zuhauf stattfindenden Castingshows (ob man die Sängerinnen deswegen gleich ermorden muss?), und eines sich bis zum Ende ziehenden Spannungsbogens, bei Pfeifer hat das geschrieben Wort Hand und Fuß.

 

 

Mein Fazit: Für Liebhaber leicht schräger Krimis mit pointiertem Wortwitz, und jene, die gerne einmal hinter die Kulissen einer Castingshow blicken möchten. Mit „Hawelka & Schierhuber spielen das Lied vom Tod“ sind Sie dabei bestens bedient.

 

Ein tolles Buch ... mörderisch - komische Mischung.