Sonne, Strand und Tod - Ein Kees Bloemberg Krimi

Eine bissige Mörderjagd

 

Ein strafversetzter Inspecteur Kees Bloemberg, ein Provinzposten in Colijnsplaat Zeeland, jede Menge mürrische Einheimische, Immobilienhaie die verschuldete Anwesen aufkaufen und eine übel zugerichtete Leiche im Eingangsbereich einer Ferienanlage. Das sind die Zutaten für einen spannenden Kees Bloemberg Krimi, mit denen Autor Christian Biesenbach seine Leser mitnimmt auf eine Mörderjagd, die es wahrlich in sich hat.

 

Inspecteur Bloemberg hat es nicht leicht, man könnte fast sagen, er ist verwirrt darüber, warum das Pendel der Ungerechtigkeit immer in seine Richtung ausschlägt. Statt seiner Verlobten Linda durch einen Postenwechsel näher zu kommen, wird er von der Internen in die entgegengesetzte Richtung nach Colijnsplaat, einem kleinen Ort auf der Halbinsel Noord-Beveland versetzt. Dort tritt er in einer verkommenen Dienststelle seinen Dienst an und muss bald ein neues Ermittlerteam bilden. Neben Helene und Ronald Rudjard, Bekannte aus früheren Fällen, finden sich alsbald Marit Meyers, Enkelin von Hauptkommissar Meyers, und der vorlaute, meist Donuts vernichtende Hilfspolizist Paul Meynard in der Truppe ein.

 

Müht sich Kees anfangs noch mit der Vorstellung ab, dass er sich nun als Landpolizist um Streitigkeiten zwischen Hafenarbeitern, Diebstählen und sonstigen Kleinkram kümmern muss, kommt es bald schlimmer, als er denkt. Nach dem Auffinden der von Maden übersäten Leiche des Immobilienmaklers Caspar Huisen in einer Ferienanlage vor Ort, beginnt eine Jagd nach einem oder mehreren Tätern, die man gelinde gesagt als psychopathische Killer bezeichnen könnte. Denn rasch ermittelt die Gerichtsmedizinerin Gesa Stein, dass das Mordopfer von einem Hund so zerfleischt wurde. Als die nächste Leiche am Hafen von einem Landschaftsgärtner, der behauptet ein ehemaliger Schulfreund von Kees zu sein, gefunden wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit für das Ermittlerteam. Hauptkommissar Meyers drängt auf eine rasche Lösung, da die Saison unmittelbar bevorsteht und sich die Region Zeeland keine negative Publicity in der Tourismusbranche leisten will.

 

Und genau hier muss das Ermittlerteam ansetzen. Viele Einheimische sind erzürnt darüber, wie Immobilienhaie Land von verschuldeten Bürgern zu Spottpreisen aufkaufen, die Häuser dann dem Erdboden gleichmachen und das Land zur Erweiterung von Freizeitparks weiterverkaufen. Ist hier das Motiv für diese grauenhaften Morde zu suchen? Aber warum ist auch eine Einheimische zum Mordopfer geworden? Und wie soll Kees Bloemberg mit Marit Meyers umgehen, die nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen ist, seit er als Ortsfremder von ihrem Großvater diesen Fall übertragen bekommen hat.

 

Christian Biesenbach hat mit Sonne, Strand und Tod wieder einen höchst lesenswerten Krimi geschrieben. Da ist alles drinnen, was Krimileser begeistert. Angst, Spannung, Zweifel, Eckel, Hoffnung und jede Menge interessante Ermittlerarbeit. Obwohl ich dem Team Bloemberg bei seinen Ermittlungen analytisch über die Schulter gesehen habe, blieb mir die Lösung des Falles lange verborgen. Und das ist es doch was einen Krimileser fasziniert. Dass man nicht schon auf Seite 66 weiß, wer der Mörder ist.

 

 

Chapeau, Herr Biesenbach, das ist Ihnen in diesem Krimi wieder auf herausragende Weise gelungen!