Steirerkreuz

Claudia Rossbacher

Frisch, saftig, steirisch …


… ist eine Definition für Äpfel aus der Steiermark. Dass das Steirerland neben seiner herrlichen Wald- und Bergwelt auch mit dubiosen und mordlüsternen Gesellen gesegnet ist, beschreibt einmal mehr Claudia Rossbacher in Steirerkreuz, wo es das Ermittlerduo Sandra Mohr und Sascha Bergmann ins Mürztal verschlägt.

 

Was hängt kopfüber im Wald herum?, es ist ein Mann mit seinem Hund! Und das ausgerechnet in der Nähe eines Pilgerwegs, wo ein frühstücksgeplagter Pilger seine Notdurft verrichten möchte. Letztendlich vergeht es ihm, bei dem grausigen Anblick und er ruft die ortsansässige Polizei. Bei dem Opfer - vielleicht ein Ritualmord - handelt es sich um, den nach einer wegen Vergewaltigung abgesessenen Haftstrafe in der Abgeschiedenheit des Waldes lebenden, Peter Schindlecker. Er ist im Dorf nicht sonderlich beliebt und auch seine blinde Tochter Magdalena kann nicht sonderlich viel Licht ins Dunkel der Ermittler bringen. Motive haben einige und so kommt jede Menge Arbeit auf die Ermittler Mohr und Bergmann zu.

 

Was mir an Claudia Rossbachers Steirerkrimi-Serie gefällt, abgesehen davon, dass ich Steirer bin, sind die lebendigen Charaktere, der gute Plot und die erdige, schnörkellose Erzählweise der Autorin - man muss einen Wald nicht facettenreich beschreiben, um sich als Leser vorstellen zu können, dass man sich im Wald befindet. Sehr gut transportiert wird auch die alles-Wissenwollen-aber-nur-den-Falschen-nichts-sagen-Mentalität, die in kleinen Dörfer am Land in der Steiermark doch immer noch spürbar ist. Auch den mitunter lockeren regional bezogenen Gesprächston, mit Pointen, die spannende Krimis auflockern können, beherrscht die Autorin ausgezeichnet.

 

Gratulation, Frau Rossbacher, geniale Schreibe! Soeben wurde Sandra Mohrs fünfter Fall "Steirerland" auf meinen Kindle geladen.