Totentanz im Stephansdom

von Edith Kneifl

Historisch, lehrreich und folglich auch spannend

 

Silvester in Wien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Pummerin läutet, es wird ausgelassen gefeiert bei Arm und Reich. Und mitten in die Feierlichkeiten wird gestorben … Reich beginnt.

 

Den Silvesterabend hätten sich Gustav von Karoly und sein Freund, Polizei-Oberkommissär Rudi Kasper wohl anders vorgestellt, zumindest nicht so, dass sie über eine Leiche vor dem Stephansdom stolpern, die augenscheinlich vom Nordturm gestürzt ist. Da die Leute um 1900 ja noch abergläubisch waren, sagte der Glöckner aus, dass der Dombaumeister vom Teufel persönlich in die Tiefe gestoßen wurde. Detektiv Gustav von Karoly und sein Freund Rudi glauben nicht daran und machen sich auf die Suche nach dem Täter.

 

Die Autorin, Edith Kneifl, führt ihre Leser in anschaulichen Worten durch ein von bitterer Armut und adeliger Dekadenz gezeichnetes Wien. Dabei erfährt man auch einiges über die Freimaurerloge, war doch das erste Opfer ein hohes Tier in diesem Männerbund. Und der Verblichene soll jungen Mädchen, die aus den Kronländern in die Kaiserstadt geschleppt worden sind, nicht abgeneigt gewesen sein. Alsbald haben die beiden Freunde einige Verdächtige samt Mordmotiven und nach und nach kommt ans Licht, worüber gewisse Kreise lieber den Mantel der Finsternis und des Schweigens hüllen würden.

 

Auch die Liebe kommt in „Totentanz im Stephansdom“ nicht zu kurz. Gustav von Karoly schwärmt für eine Dichterstochter, eine Bankierstochter und seine ewige Flamme Dorothea, der Patentochter seiner Tante Vera, die sich leider vor kurzem mit einem Schweizer Doktor verlobt hat. Mitunter kommt es dabei zu lustigen Szenen. Überhaupt sind die Charaktere und deren Dialoge gut herausgearbeitet und der Humor kommt im Buch nicht zu kurz.

 

Letztlich muss Gustav, hin und hergerissen zwischen seinen Gefühlen, versuchen, so rasch als möglich diesen Fall zu klären. Denn bald gesellen sich zum Sturz des Dombaumeisters noch zwei Morde im kalten Wien.

 

 

Wie eingangs geschrieben: historisch, lehrreich und spannend. So wie Totentanz im Stephansdom müsste Geschichte in der Schule transportiert werden, das würden die Schüler lieben.