Verschwörung

von David Lagergrantz

Liest sich wie ein Original

 

Die Rezensionen auf Amazon zu „Verschwörung“, dem Nachfolgewerk zur Millenniums Trilogie des leider viel zu früh verstorbenen Stig Larsson, spalten die Leserschaft. Da sind alle möglichen Kommentare von 1 bis 5 Sterne versammelt. Ich für meinen Teil will sagen: "Sehr gelungen, Herr Lagergrantz!"

 

Natürlich war auch ich anfangs skeptisch. Wie sollte es ein mir gänzlich unbekannter Autor schaffen, in die Fußstapfen des großartigen Stig Larson zu treten und seine über 80 Millionen Mal verkaufte Trilogie. Stutzig wurde ich, als Larssons Eltern sich explizit für Lagergrantz aussprachen. Da musste doch was dran sein? Der Typ musste etwas draufhaben, dachte ich. Na ja, er hatte die Biografie „Zlatan“ über Zlatan Ibrahimovic geschrieben, aber das ist doch ein völlig anderes Genre.

 

Ich wurde immer neugieriger, lud mir "Verschwörung" auf meinen E-Book-Reader und los ging das Lesevergnügen. Ich weiß noch, wie meine Frau etwas zu mir sagte und ich ohne hochzusehen mit der Hand abwinkte, die Türe wurde etwas lauter als sonst geschlossen. Aber was hätte ich tun sollen, es war gerade soooo spannend. Und diese Spannung hielt mich bis ans Ende gefangen, nichts war mehr wichtig, ich wollte nur lesen. Ich war geistig wieder in Schweden, bei Blomkvist und Salander, fieberte mit Mikael und Lisbeth und all den anderen Protagonisten mit, freute mich, als Lisbeth die NSA hackte und sich einige Typen auf ihre ganz spezielle Art und Weise zur Brust nahm, um sie zu läutern.

 

"Er ist wieder da", dachte ich, denn David Lagergrantz gelang etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Spannungsaufbau, Spannungsbogen, Rhythmus und Tempo, genial. Als hätte der Meister dem Autor aus dem Jenseits über die Schulter geguckt und ihm Tipps gegeben.

 

Ich werde weitere Bücher von David Lagergrantz lesen. Mal schauen, ob er mich wieder so überraschen kann.