Vom Kämpfen und vom Schreiben

Pflichtlektüre für angehende Schriftsteller

Ich habe schon einige Bücher von Carla Berling verschlungen, großartiges Lesevergnügen war stets mein abschließender Kommentar. Nun interessierte mich, wie sie zum Schreiben kam, woher sie ihre Inspirationen für diese tollen Werke nimmt und ... mir stellten sich schon nach wenigen Seiten die Nackenhaare auf, bei dem was ich in ihrer Autobiografie zu lesen bekam. Mehrmals fragte ich mich während der Lektüre: wie hält die Frau das alles aus?

 

Sie bezeichnet sich ja selbst in dem Buch mehrmals als „Rampensau“, aber so eine Hochschaubahn der Gefühle zu leben, unglaublich, da muss man schon ein besonderer Mensch sein, denke ich.

 

Fasziniert hat mich wie sie, trotz Kälte, Krankheit, Existenzsorgen, dem Zerfall ihrer Ehe, Intrigen von Bekannten und Kollegen, zermürbendem Selbstmarketing, dass sie schließlich in ein Burnout führte, sich immer wieder aufraffte und daran glaubte, es doch irgendwann zu schaffen. Nicht jeder hätte das gekonnt, aber Carla Berling ist eine „Powerfrau“ die für das Schreiben lebt und ohne Schreiben nur Leere empfinden würde, wie sie es wortreich und intim in ihrem Buch beschrieben hat. Man lebt bei jeder Zeile mit, man fühlt mit ihr, man freut sich, man trauert mit ihr, man ... soll besser die Finger vom Schreiben lassen, wenn man mit Rückschlägen nicht leben kann. Und davon kann es viele geben, in diesem harten Business.

 

Es gibt viele Schreibratgeber, viele, die einem Newbie die Technik des Schreibens vermitteln wollen und doch nur mit Silben agieren, die dem angehenden Schreiberling nicht das Gefühl vermitteln, wie er es nun wirklich schaffen könnte. Im Prinzip muss auch jeder selbst sein DING durchziehen, seinen Worten Raum geben und dabei das Ziel nie aus den Augen verlieren. Wenn das nur so einfach wäre.

 

Vom Kämpfen und vom Schreiben vermittelte mir, dass jeder, der diesen Beruf ergreifen möchte, jeder der erfolgreich sein möchte, eigene (gute) Ideen, jede Menge Disziplin und ein dickes Fell braucht. Niemand wünsche ich diesen steinigen Weg gehen zu müssen, denn die Autorin in ihrem Buch gegangen ist. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich nur sagen: Respekt, Frau Berling, und ich habe viel gelernt, unter anderem auch, wie ich es nicht machen darf. Und, dass ich mich auf weitere Bücher freuen darf, denn letztlich hat es Carla Berling geschafft, ihren Traum wahr zu machen.

 

Diesem Buch würde ich glatt sieben Sterne oder mehr geben, wenn es denn möglich wäre ... mindestens.