Vor Deinem Grab

Thriller von Alexander Hartung

Schnitzeljagd mit Todesfällen.


Ein überaus spannender Thriller, in dem Kommissar Jan Tommen und sein Ermittlerteam (das seinesgleichen sucht) bis an ihre Grenzen geführt werden.

 

Es muss ein eigenartiges Gefühl sein, vor einem offenen Grab zu stehen und auf ein Kreuz zu blicken, auf dem der eigene Name steht und der Todestag angegeben ist. Meist ist es der nächste Tag und da kann einem schon Angst und bang werden, denke ich. Der Grabmörder, wie er im Laufe der Ermittlungen genannt wird, hat einen perfiden Plan und ist Meister im Ausführen desselben. Soll heißen, er ist den Ermittlern meist einen Schritt voraus, hat seine Taten über Jahre geplant und weicht nicht von seiner Marschroute ab. Tote ohne Augen, ohne Zunge, ohne Finger und ohne Lunge, finden ihren Weg in die vorbereiteten Gräber und stellen das verstärkte Team der Mordkommission Berlin vor ein Rätsel. Hunderte Beamte werden um die ausgehobenen Gräber postiert, dennoch findet der Mörder immer einen Weg, seine Opfer im vorbereiteten Grab zu versenken.

 

Die Leichen könnten unterschiedlicher nicht sein, vom Arzt bis zum Diplomaten ist alles dabei. Es ist schwer für Tommen und sein Team, einen Zusammenhang zwischen den Personen zu finden, aber letztendlich haben die Ermittler eine Spur. Als dann ein vorbereitetes Grab mit dem Namen von Chandu Biturango gefunden wird, bester Freund und im Ermittlerteam von Tommen, und dieser vom Grabmörder auch noch gekidnappt wird, ist die Kacke sprichwörtlich am Dampfen.

 

Jan Tommen, die kettenrauchende Rechtsmedizinerin Zoe und der Computernerd Max geben alles, um ihren großen, schwarzen Freund aus den Klauen des Mörders zu befreien.

 

Alexander Hartung hat mit „Vor Deinem Grab“ ein düsteres Bild geschaffen, wie hilflos die Polizei sein kann, wenn ein Killer alles genauestens geplant hat und seinen Weg gehen will. Die Charaktere sind stimmig und bildlich beschrieben, die Szenerie gut herausgearbeitet und es ist für den Leser ein Leichtes, die Ohnmacht der Ermittler nachzuvollziehen. Mit jeder Seite fügt man sich mehr in das Team ein und ich war mehrmals in Versuchung, nachzusehen, wer dieser irre Psychopath ist, der da reihenweise Menschen in ihr Grab befördert. (Ich habe mich aber zurückgehalten, die Spannung wäre ja dahin gewesen).

 

 

5 Sterne sind eigentlich zu wenig, für diesen ausgezeichnet geschriebenen Thriller. Schon der Vorgänger „Bis alles Schuld beglichen“ war großartig. Mit dem 2. Jan-Tommen.Thriller hat Alexander Hartung noch eins draufgesetzt! 



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