WENN EINER EINEN MORD BEGEHT

von Peter Wehle

Ein spannend verworrener Fall für Hofrat Halb

 

Ein Serienmörder, der nie gefasst wurde. Einige Prostituierte, die ein Mörder vor Jahren mit einer Parfüminjektion in den Tod schickte. Ein Cold Case Fall, denn Hofrat Halb und sein Team wieder aufrollen, weil nach zwanzig Jahren in Wien plötzlich wieder Frauen mit Parfüm zu Tode gespritzt werden. Und während der Ermittlungsarbeit verlangt Hofrat Ernst Straka, Halbs Freund und Vorgesetzter, doch tatsächlich noch, das Hofrat Halb, den 80sten Geburtstag des ehemalige Star Ermittlers Hofrat Gerolf Wolf, im Dezernat nur Grolf genannt und von Halb nicht sonderlich geschätzt, organisiert. Grolf war jener Ermittler, der diese schaurige Parfüm Mordserie in den 1990er Jahren nicht klären konnte und nach einem verbalen Ausraster, bei der er Medienvertreter auf einer Pressekonferenz aufs Wüsteste beschimpfte, seinen Rücktritt einreichte. Sonst hat er aber alle Fälle gelöst, was ihm Anerkennung im Dezernat eingebracht hatte.

 

Sie sehen, in Wien kommt ein Hofrat kommt selten allein.

 

Aber keine Angst, Hofrat Halb steht im Tagesgeschäft auch ein geniales Ermittlerteam zur Seite. Lauter illustre Charaktere, mit Wiener Charme, die ihren geliebten Chef-Hofrat zum einen beim Denken unterstützen oder versuchen, ihm die neuesten ermittlungstechnischen Errungenschaften, wie zum Beispiel ein Tablet, schmackhaft zu machen, für ihn die Akten der ungelösten Parfümfälle durchwühlen und ihn des Öfteren davon abhalten wegen dieser „ungeliebten“ Geburtstagsvorbereitungen zu explodieren.

 

Mit seinen vier kongenialen Teamlingen – Magistra Verena Planner, dem Ingeniöhr, dem Schwejk und dem Toni – widmet sich Halb nun der Klärung der Parfümmordfälle, weil es bleibt auch in der Neuzeit nicht bei einer parfümgespritzten Damenleich´. Halb nimmt Witterung auf. Und wenn die „Trüffelschnecke“ einmal Witterung aufgenommen hat, dann sollen sich der oder die Mörder warm anziehen. Weil so lieb und gemütlich wie Ludwig Halb in seinem Nebenjob als Hausvermieter mit den Kindern seiner Untermieterfamilie umgeht und dort mitunter für die kleinen Racker den „Luzi-Onkel“ mimt, so hart und unerbittlich ist er, wenn es darum geht, eine Mordserie aufzuklären. Die von damals und die aktuelle, denn die scheinen ja augenscheinlich Gemeinsamkeiten zu haben.

 

Einfach köstlich, dieser Wiener Schmäh, mit dem Autor Peter Wehle seine Protagonisten bei der Ermittlungsarbeit agieren lässt. Aber nicht übertrieben, sondern mit einer gewissen Portion Wortwitz und einem Schuss Ironie hebt der Autor, seinen bis zuletzt spannenden, weil nur schwer zu durchschauenden, Krimi auf ein hohes Niveau. Trotzdem bleibt die Geschichte immer leicht und flüssig lesbar. Ich habe den Krimi auf einen Rutsch durchgelesen und möchte mit einer Halb´schen Redewendung aus dem Krimi schließen: „Himmelmondundwolkenbruch, warum gibt dieses Ding gerade jetzt seinen Geist auf?“ Während Hofrat Ludwig Halb sich über sein Handy ärgert, bin ich etwas traurig, dass meine Ermittlungsreise mit ihm hier zu Ende geht.

 

Ob der Herr Hofrat Halb den Fall lösen konnte, erfahren Sie, wenn Sie diesen tollen Krimi von Peter Wehle lesen. Kann ich nur empfehlen, weil … „Todesluft, Lustduft, Atemhauch … und leichengeile Schweine!“