Burnout - meine Odyssee

Ausgebrannt, lethargisch, hoffnungslos ...

 

„Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können“, so steht es in Wikipedia.


Diese Phobie wäre mir beinahe zum Verhängnis geworden, und mein sozialer Rückzug aus der Gesellschaft artete in manischem Schreiben aus. Vor Kurzem kam ein intensiver Meinungsaustausch mit einem Burnout-Betroffenen via E-Mail zustande. Er klagte mir einerseits sein Leid und wollte auf der anderen Seite hilfreiche Informationen über den weiteren Verlauf dieser Erkrankung. Er stellte mir viele Fragen und teilte mir seine Befürchtungen mit; seine Ängste vor Psychologen, Klinikaufenthalt und seinem Ansinnen, nach 32 Jahren im Bankgeschäft, das ihn zermürbt und verletzt hat, um Berufsunfähigkeits-Pension anzusuchen. Sein Fragebogen spannte sich von: Wie geht das, wo muss ich hin, brauche ich Atteste, muss ich unbedingt in eine Klinik ... und noch eine Menge Fragen mehr. Ich habe seit meinem Buch: „Zeit der Tränen – Ausgebrannt“ viele E-Mails und Meinungen erhalten, zumeist Lob und Bewunderung, doch diesmal war es anders, persönlicher und auch intensiver. Ich konnte seine Ängste förmlich auf meinem Monitor sehen.


Ich gebe zu, ich habe auch manchmal Angst. Angst zu viel Zeit vor dem Computer zu verbringen, Angst erneut den falschen Weg zu gehen, Angst verspottet und verachtet zu werden, Angst ... wieder in das Hamsterrad der Geschäftigkeit gesperrt zu werden. Doch gefestigt in dem Glauben, das richtige zu tun, stelle ich mich meinen Ängsten und deshalb kam ich auf die Idee, unseren Briefverkehr – natürlich mit seinem Einverständnis, auf meiner Homepage öffentlich zu machen. Ich habe ja schon einmal die Hosen runtergelassen ... mit meinem Buch. Ich habe nichts zu verlieren und mir ist wichtig, genauso wie meinem Bekannten, die Dinge beim Namen zu nennen, um Betroffenen eine kleine Hilfe zu bieten. Ratschläge erteilen kann ich nicht, ich bin kein Arzt, kein Therapeut und auch kein Psychologe. Aber ich bin ein Mensch, der wie einst Odysseus seit Jahren durch schwierige Gewässer segelt und oft schon das rettende Ufer in Sicht, wieder ins Meer der traurigen Leere zurückgespült wurde.

 

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