Viele haben mein Buch - Burnout - Zeit der Tränen - Ausgebrannt - gelesen und mir persönlich oder via E-Mail dazu gratuliert. Hier, auf meiner Homepage, möchte ich mit Euch meine Gedanken zum Thema Burnout teilen. Es ist nicht immer einfach, darüber zu schreiben, doch es ist mir ein Bedürfnis, die ungeschminkte Wahrheit zur neuen "Volkskrankheit" kundzutun.

 



Burn-out - Schicksal oder Chance

 

Das Leben hat mir einen Stempel aufgedrückt – Burnout. War es Schicksal, war es Zufall oder doch menschliches Versagen meinerseits, dass es dazu gekommen ist? Nachdem ich mit dieser Krankheit konfrontiert wurde, hatte ich jede Menge Zeit darüber nachzudenken. Auf den oft zitierten „Grünen Zweig“ bin ich bei meiner Suche nach einem Ausweg leider nicht gekommen (noch nicht). Eine gewisse Stabilität in meiner Gefühlswelt und die Einsicht, dass ich mein früheres Leben nicht mehr zurückbekomme (was ich auch nicht will), halten mich bei Laune. Die Ups und Downs sind weniger geworden, meine Lebensqualität wieder sichtlich gestiegen.

 

Im Verzicht liegt oft der Schlüssel für den eigenen Seelenfrieden, auch wenn mir anfangs schwer fiel, kleinere Schritte zu machen und kleinere Brötchen zu backen.


Ändert sich ein Mensch, wenn er seinen Fuß auf den höchsten Gipfel der Erde setzt und seinen Blick über die Welt schweifen lässt? Zweifelsohne tut er das. Genauso wie sich ein Mensch ändert, der seinen Fuß in die Hölle setzt und sich apathisch der Dunkelheit ausgeliefert sieht. Während der Gipfelstürmer den Sinn öffnenden Erfolg inhaliert und ihn die Euphorie in ungeahnte Sphären trägt, versinkt der Verdammte in der Hölle ganz langsam im Morast der Lethargie und Einsamkeit.

 

Ich wurde oft gefragt: Warum änderst du diesen Zustand nicht einfach und gehst wieder hinaus in die Welt?

 

Ich tat es nicht, weil sie für mich nicht mehr existierte. Die Welt war für mich ein Beet mit schwarzen Rosen und scharfen Dornen geworden. Und ich fühlte mich wie ein Däumling, der sich einen schmerzvollen Weg durch dieses Beet bahnen müsste, wollte er das heilende Licht erreichen. Hilflos, verletzlich und voller Angst, begann ich nach einem Weg zu suchen, das dornenreiche Beet zu umgehen. Dabei gaukelten mir meine Sinne die absurdesten Fantasien vor.


Einmal tauchte ich in einem Traum in einer wunderschönen Bucht nach einem Schatz, der mich von meinen Sorgen befreien sollte. Kristallklares Wasser um mich herum, die Lösung all meiner Probleme vor Augen, sah ich plötzlich überall Haie. Sie schwammen auf mich zu, nur eines im Sinn: mir den Tod zu bringen. Mit knapper Not entkommen, verzichtete ich fortan auf alles Gold dieser Welt und wollte nicht mehr im heilenden Wasser der Geselligkeit schwimmen. Die Haie verschwanden, aber ich wusste, sie waren immer noch da, irgendwo da draußen warteten sie auf mich, in der Hoffnung, dass ich meine sichere Insel verlasse und mich erneut der Gier nach Geld und Gold hingebe. Vielleicht würden sie mir ja nichts tun? Aber ein »Vielleicht« ist mitunter ein schlechter Ratgeber. Ich bin nicht mehr der Mensch, der in jungen Jahren der: „No Risk – No Fun Generation“ angehörte. Ich bin ein anderer geworden. Vorsichtiger, misstrauischer, manchmal auch paranoid, aber ich bin, und mehr will ich nicht - oder doch?