Burn-out ist nach wie vor Thema.

 

Da ich jahrelang durch die Tretmühle des Burn-out gewandert bin, komme ich nach wie vor mit vielen Betroffenen in Kontakt. Sei es schriftlich, weil sie mir über meine Homepage schreiben, oder auch persönlich, weil sie mich auf der Straße oder beim Wandern treffen. Eines ist mir aus vielen Gesprächen ersichtlich geworden - eine Unterstützung des ausgelaugten Personals seitens der Arbeitgeber oder der Regierung gegen ein Burn-out scheint nicht in Sicht. 

 

Nach wie vor wird Personal, aus wirtschaftlichen Gründen, in Firmen abgebaut oder der Personalstand bewusst niedrig gehalten - weniger sind oft mehr. Mehr Gewinn für die Firmen, werden nun einige denken. Doch dies ist ein Trugschluss und kann gehörig nach hinten losgehen. Durch kontinuierliche Überlastung bekommt das Personal immer kürzeren Erholungsphasen (da man sich in seiner spärlichen Freizeit ja was gönnen, "abschalten" sich vom Arbeitsstress erholen will), was zwangsläufig in ein Burnout führen muss. Eine Million psychisch Kranke (Stand August 2015) gibt es in Österreich bereits, die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. Natürlich verstehe ich die Geschäftstreibenden, die sich hohe Personalkosten nicht leisten wollen oder auch nicht können. Da Bedarf es wohl der Hilfe der Regierungen oder der (Milliarden verschenkenden) EU, um willigen Chefs, die mehr Personal einstellen wollen, um die restliche Belegschaft zu entlasten, unter die Arme zu greifen.

 

Sollte diese Utopie einmal Realität werden, müssten aber auch die Betroffenen mitspielen. Ein erster Ansatzpunkt, um ein Burn-out in die Schranken zu weisen, muss »Medienfasten« sein. Smartphones, Computer, TV, Kino, der ganze Freizeitstress, belasten unseren Organismus, der sich irgendwann zur Wehr setzen muss und auf "Overload" schaltet. Aber wer will (oder kann) heutzutage schon auf etwas Entspannung verzichten? Zu einem "nicht-mehr-alles-haben-wollen, am-besten-auf-der-Stelle" werden wohl oder übel nur jene fähig sein, die bereits in einer Klinik stecken und deren Burnout so ausgeprägt ist, dass sie ohnehin nicht mehr aufnahmefähig sind.


So jedenfalls hat es sich vor Jahren in meiner akuten Phase zugetragen. Da war ich nur mehr froh, nichts hören, nichts sehen und nichts mehr sagen zu müssen. Die berühmten drei Affen hatten es sich in meinem Kopf gemütlich gemacht. Es begann ein mühsamer, scheinbar nicht enden wollender, Kampf gegen meine, über die Jahre angeeigneten Verhaltensmuster - alles hören zu wollen, alles sehen zu wollen, und überall mitreden zu wollen.


Diese "drei AFFEN" trägt jeder Mensch in sich. Und es obliegt immer dem Individuum selbst, ob es seine Affen im Zaum hält, oder sich durch negieren der eigenen Überlastung zum Affen macht und irgendwann in sein Burn-out fällt.


Denken Sie mal darüber nach!