Der Krug geht so lange zum Brunnen ...

mein Krug heißt - Burnout

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Dieses altehrwürdige Sprichwort gewinnt täglich an Bedeutung. Die Spatzen pfeifen es längst von allen Dächern. „Rien ne va plus“ - nichts geht mehr. Ob im Handel, Öffentlichen Dienst oder im Sozialwesen, immer mehr Menschen sind an ihrer Leistungsgrenze angekommen. Nur mit Mühe ist es ihnen möglich, ihren Aufgaben am Arbeitsplatz nachzugehen. Die Personalfluktuation in den Handelsbetrieben spricht Bände. Allerorts wird gemurrt und gestöhnt unter der Belastung, die die Arbeitnehmer/innen knechten. Von Freude am Arbeitsplatz keine Spur mehr. Das Personal wird mit den unsinnigsten Anweisungen zugemüllt, damit keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Für einen Außenstehenden fühlt es sich an, als wäre es das letzte Aufbäumen in den Führungsetagen, um die drohende Katastrophe, den Kollaps, zu verhindern. Da wird Ware von A nach B geschlichtet, in Banken verlangt, jedem Kunden einen Bausparer auf´s Auge zu drücken oder Planstellen werden einfach nicht mehr nachbesetzt ... aus wirtschaftlichen Gründen. Dass dadurch der Druck auf den Einzelnen steigt, müsste selbst in den Führungsetagen verständlich sein. Doch nur die Wenigsten wagen es, sich vor Ort ein Bild zu machen, ohne dabei den Chef heraushängen zu lassen und die eigene Inkompetenz mit unsinnigen Vorgaben zu kaschieren. Das ältere Personal blutet währenddessen aus und die jüngere Generation wird nicht mehr motiviert sondern in lethargischer Gleichgültigkeit geschult. Wie sonst könnte der Aufruf eines großen Möbelhauses zu deuten sein der eine Prämie von € 1000.- in Aussicht stellt, sollten man sich für eine Lehre in diesem Betrieb entscheiden. Der Handel, das hat sich unter den Jugendlichen längst herumgesprochen, ist kein attraktiver Arbeitsplatz mehr; zu wenig Lohn und zu viel Stress.

 

Und plötzlich wird wieder von dieser Modekrankheit - Burn-out - gemunkelt, natürlich hinter vorgehaltener Hand, man will ja nicht ins Fettnäpfchen treten. Von Prävention wird gesprochen, von „es muss sich was ändern“ wird gesprochen und jeder hofft, dass bald etwas geschieht. Inzwischen wird halt Ware von A nach B sortiert, der eine oder andere Bausparkunde rekrutiert und in den Führungsetagen darüber nachgedacht, wie man ohne finanziellen Verlust, einen Mitarbeiter aufnehmen könnte, um die verbliebenen ein wenig zu entlasten. Man sollte nicht zu lange warten, die Uhr tickt und beim müden Personal tickt sie manchmal schneller. Wäre doch schade, wenn Einkaufszentren wegen Personalmangels schließen müssten ...


Sonntagsöffnung ist dann kein Thema mehr ...