Ich liebe, lebe, lese und schreibe

Novembergedanken

 

(Diese Zeilen sind nicht lektoriert, einige Fehler werden Sie wohl finden, wenn Sie nach Fehlern suchen wollen. Ich habe meine Gedanken niedergeschrieben, menschlich und deshalb nicht fehlerfrei).

 

Viel Zeit ist vergangen, seit ich mich hier, von Silben gestützt, das letzte Mal geoutet habe. Viel ist passiert seither und zum größten Teil waren es wunderbare Dinge, die mir Kraft gaben, an denen ich mich anlehnen und wachsen konnte.

 

Wobei, sich an seinen Enkelsöhnen anzulehnen, der eine bald ein Jahr, der andere drei Jahre, das sollte ein Großvater tunlichst vermeiden. Umgekehrt wäre das schon die bessere Variante, obwohl anlehnen nicht das richtige Wort dafür ist. Sie sollen sich wohlfühlen, eine gewisse Sicherheit empfinden, neugierig die Welt erkunden und dabei viel Spaß haben, in der Zeit, die sie mit ihren Großeltern verbringen. Und das scheint auch ganz gut zu funktionieren, denn meine Frau Gabi und ich, sind ein wunderbares Großeltern-Team geworden und die Jungs kommen gerne zu uns.

 

Man wächst mit der Aufgabe, fällt mir spontan dazu ein. Und ich genieße jeden Moment mit meinen Enkelsöhnen. Da wird das Schreiben zur Nebensache und außerdem würden meine Finger in der Zeit wo die Buben im Haus sind auch gar nicht auf die Tastatur passen, so wachse ich da jedes Mal – rein hypothetisch gesehen natürlich. J

 

Ansonsten habe ich einen Rhythmus gefunden, der ganz gut zu mir passt, denke ich. Dreimal die Woche vormittags eine Stunde Sport, den einen oder anderen Bericht für das Onlinemagazin eines Freundes verfassen, und ein bis zwei Stunden täglich an meinen Buchprojekten arbeiten. Mein aktuelles Manuskript ist gerade in Mainz und wird von einer professionellen Lektorin auf Herz und Nieren geprüft. Wie der Zufall so spielt, habe ich sie durch meine Leselust kennengelernt. Ein Krimi, der mir ausnehmend gut gefallen hat, wurde von ihr lektoriert und FB sei Dank, war schnell ein Kontakt hergestellt. Nun bin ich schon gespannt, wie sich unser Dialog zu meinem Projekt entwickeln wird. Es wird bald spannend.

Aber genau so eine Spannung brauche ich, etwas Neues, etwas Aufregendes, etwas noch nie Dagewesenes, etwas, dass mich den mitunter schon auch einsamen Alltag eines Hausmannes vergessen lässt, obwohl ich es nicht negativ empfinde, meiner Frau im Haushalt zu helfen. Vier Hände schaffen mehr als zwei und James (so nenne ich unseren Geschirrspüler) und ich, sind schon richtig tolle Kumpels geworden.

 

Eine Winzigkeit in meinem Leben gibt es, die mich trotz allem was ich bis hierher geschrieben habe, mitunter in alte Muster zurückfallen lässt. Die Schwebeposition, die ich seit sieben Jahren innehabe, was meine finanzielle Absicherung für die Zukunft betrifft. Nach wie vor ist meine Pension befristet, nach wie vor stehen mir Psychologenbesuche ins Haus, auch wenn ich schon zig Mal erklärt habe, dass ich, und das ist die reine Wahrheit, unter Druck nicht mehr funktionieren werde. Alles was ich zuvor geschrieben habe, die Zeit mit meinen Enkelsöhnen, die Berichte für das Onlinemagazin, meine Schreibambitionen, all das mache ich freiwillig, ohne Druck und kann mich jederzeit aus allem ausklinken, wenn es mir zu viel werden sollte. Wobei mir das bei den Buben sicher schwer fallen würde. Aber alles andere …, ich muss nicht mehr berühmt werden, bin bald 54 Jahre und lebe ein familiäres Leben, das, im Falle des Bekannterwerdens sicher leiden würde. Also lege ich es gar nicht erst darauf an - manche werden sagen: der spinnt, das wird sowieso nie was, bei dem was der zusammenschreibt.

 

Und genau darum geht es mir auch, etwas zu versuchen, einen neuen Weg zu gehen und zu schauen, was am Ende aller Tage dabei rausgekommen ist.

 

So wie mein Psychologe bei einem meiner letzten Besuche bei ihm gesagt hat: „Leben Sie ihr Leben jetzt und aktiv, und blicken Sie nicht dauernd nach vorne was einmal sein könnte. Haben Sie keine Angst vor dem, was irgendwann einmal passieren könnte, sondern reagieren Sie darauf, wenn es soweit ist“.

 

Und ich denke, das ist sehr vernünftig gesagt und ich habe in Zukunft vor, genauso so zu leben, lieben, lesen und schreiben.