Keine Angst, das wird schon wieder werden ...

 

Keine Angst, das wird schon wieder werden ...

 

wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Jahren gehört. Wie oft habe ich mir gewünscht, der Satz möge wahr werden und zwar sofort. Aber mit den Wünschen ist das so eine Sache. Wünschen kann ich mir alles, nur, wenn ich meinem Burnout den Laufpass geben will, muss ich aktiver werden. Und da haben wir es schon: muss! Natürlich könnte ich auch schreiben: ich sollte aktiver werden. Aber ein „MUSS“ ist da schon die härtere Variante und lässt sich nicht so einfach hin und herschieben wie ein „SOLLTE“.

Soll ich oder soll ich nicht. Bei einem „muss“ klingt das doof: muss ich oder muss ich nicht. Aber egal ob ich soll oder muss, so kann es jedenfalls nicht weitergehen. Ich lass mich zu viel gehen, habe keinen Plan (außer dem, den ich vor einem Jahr gefasst habe) und mein Zeitmanagement ist unkontrollierbar. Nehmen wir als Beispiel mein Studium der Belletristik her. Da wird mir geraten: Setzten Sie sich feste Zeiten, in denen Sie schreiben. Ja wenn das so einfach wäre. Natürlich kann ich mich von 10.00 – 12.00 an den PC setzen und schreiben, dann eine Stunde Mittagspause, von 13.00 – 14.00 Entspannungsübungen, anschließend eine Stunde spazieren gehen, von 15.00 – 17.00 Uhr Berichte schreiben für BLO24.at und abschließend meine Homepage bearbeiten. Wie gesagt, ich könnte, würde ich normal ticken. Tu ich aber nicht. Weil in meinem Kopfkino ist immer Ramba-Zamba, jede Sekunde, jede Minute, den ganzen beschissenen Tag lang. Manchmal glaube ich, da ist so ein Hyde oder ein Jekyll in mir, die sich andauernd streiten und ich, das gute Gewissen, muss den Beiden Paroli bitten. Das ist auf die Dauer ziemlich anstrengend und nervt tierisch. Dann kommt es manchmal vor, dass Gabi auch nicht gut drauf ist und – rums – schon sind die Beiden zu Dritt und ich hab die Arschkarte. Und das sind dann diese Momente, wo ich am Liebsten ..., tja, besser ich schreib das nicht hin, könnte ja sein, das es jemand liest. Die einfachste Lösung ist in diesem Fall – raus aus dem Haus und rein ins nächste Beisl, um mit irgendjemand, nein, mit Freunden, über das beschissene Leben zu quatschen. Ich kann mich nämlich nicht vor Unbekannten im Selbstmitleid suhlen, das schaff ich einfach nicht. Da setzte ich dann meine Maske auf und bin lieber der halblustige Fred. Ist zwar nicht ehrlich und hilft auch nicht, aber ich fühl mich trotz dieser Maskerade besser. Freilich passiert dieses besser-fühlen auch bei einem Waldspaziergang, aber was glaubst du was die Leute denken, wenn ich jeden Tag in den Wald renne, vermutlich: jetzt ist er wieder drinnen, in seiner Depression. Apropos Depression, ganz schön deprimierend ist das manchmal, dieses nicht wissen Wohin? und diese ewige Fragerei nach dem Warum? Da kommt man nun mal ab und zu auf komische Gedanken ...


aber, keine Angst, das wird schon besser werden!


Und so kämpfe ich weiter ...

gegen mich und mein Burnout

13. Juli 2011