Neues Jahr - Neues Glück?

Wie viel ich mir vornehme, um zu scheitern.

21. 01. 2013

Tja, mit dem Glück ist das so eine Sache. Jeder Mensch ist auf der Suche nach seinem Glück. Manche sogar auf der Suche nach dem Glück für andere. Das sind wohl jene, die ihr Glück kaum fassen können und es deshalb mit den weniger Glücklichen teilen wollen. Doch was ist Glück?

 

Glück ist, wenn man wunschlos glücklich ist.

 

Das habe ich mir jetzt mal so ausgedacht. Ich denke viel - manche sagen sogar zu viel - und manchmal verliere ich mich dabei in meinen Gedanken und drifte aus der realen Welt ab in eine Scheinwelt. Dort sind dann meine Geschichten zuhause, die sich in letzter Zeit halbfertig auf meiner Festplatte sammeln. Mein Ideenkarusell dreht sich: Immer neue, bessere, aufregendere Geschichten fallen mir ein, zumindest ersteKapitel davon. Und wie es so ist, mit einem Karusell, man sitzt auf einem Pferd, Auto, Einhorn oder in einem Hubschrauber und freut sich über die Geschwindigkeit, mit der die Welt vorbeisaust. Man jauchzt und lacht und genießt den Augenblick der Freude. (Da fallen mir eben die Worte meiner Therapeutin in Bad Aussee ein: Ich ... nicht man ..., sagen Sie ich statt man, denn Sie erleben ihr Leben). Das ist schon richtig, aber ich bin mir sicher, mir geht es nicht alleine so. Ich bin mir sicher, auch andere fahren mit diesem Karusell, das anfangs Spaß macht und plötzlich nicht mehr zu bremsen ist. Man will abspringen, aber man traut sich nicht. Man hat Angst davor, wieder ins Nichts zu fallen, sich in der Lethargie des Wartens wiederzufinden, die man schon einmal durchlebt hat. Tag für Tag denkt man, nein ich denke das, dass ich doch noch für irgendetwas gut bin, dass ich nicht bis zum Sterben im Wald spazieren gehen sollte oder zu Hause vor dem PC sitzen und trübsinnige Gedanken zu Burnout verbreite.

 

Und ewig dreht sich das Karusell! Neues Jahr - Neues Glück! Heuer wird alles anders, dieses Jahr gelingt mir der Durchbruch ... Wohin eigentlich? Was willst du vom Leben? Was hast du vor? Wie weit bist du bereit dafür zu gehen? Was würdest du dafür tun?

 

Eigentlich alles Fragen, auf die ich eine Antwort haben sollte, weil ich ja so viel denke. Doch meistens denke ich an was anderes, an Flucht vor der Realität, an ausweichen vorLösungsansätzen, weil die ja Veränderung bedeuten würden und ich mich nochmals verändern und vielleicht das wenige, das mir geblieben ist auch noch verlieren könnte. Und das werden dann meine halbfertige Geschichten, so wie mein Leben eine halbfertige Geschichte ist. Und wenn ich mich dann mal hinsetze und darüber nachdenke, was ich gerne täte, dann kommt meist etwas dabei raus, für dass ich keine Qualifikation besitze - kreatives Schreiben. Ich würde mich gerne mit Menschen zusammenkommen, die das Schreiben lieben, die sich darüber austauschen, von Angesicht zu Angesicht, ein Literaturkreis sozusagen, der sich vielleicht einmal die Woche oder einmal im Monat trifft, um sich zu unterhalten. Wo Anfänger wie ich, Tipps, Ratschläge, und vielleicht auch Hilfestellung von erfahrenen Autoren erhalten. Ja, ja, das gibt es doch alles zuhauf im Internet. Das ist schon richtig und ich habe auch vieles davon schon propiert. Aber glücklich bin ich damit nicht geworden und die Einsamkeit (in Bezug auf den Ideenaustausch - nicht die familiäre Situation) lässt sich damit auch nicht bekämpfen.

 

Vielleicht sollte ich aufhören einem Traum nachzujagen, der sich niemals erfüllen wird. Das gedruckte Buch, die Zusammenarbeit mit einem Profi, das Learning by doing unter Anleitung, durchaus machbar, wenn man das nötige Kleingeld aufbringt. Und ich hatte auch schon darüber nachgedacht, doch Zweifel brachten mich wieder zurück auf den Boden der Realität. Die Zweifel ob ich das Zeug oder Talent dazu habe, irgendwann in ferner Zukunft ein halbwegs lesbares Buch zu schreiben. Ideen allein sind zuwenig, soviel habe ich schon herausgefunden. Und dann denke ich: Jemand der mit sich selbst noch nicht im Reinen ist, der sollte nicht davon träumen Autor zu werden. Denn das ist ein beinharter Job, bei dem es gilt, vieles zu entbehren bis man es geschafft hat - wen man es denn schaffen sollte. Und wer es, wie ich, nicht schaffen sollte, den Schaffensprozess zu strukturieren und sich in den Untiefen seiner Gedankenhölle verliert, der wird die schrecklichen Qualen des Zweifels zu spüren bekommen und nicht selten kann es dann vorkommen, dass man sich selbst verliert.

 

Und nach einigen Konfrontationen mit Freunden, Familie, die einem sagen - Du mutest dir zu viel zu. Du solltest kürzer treten, mehr in die Natur gehen. Lass dir Zeit, eins nach dem anderen - was zu tun ist, beginnt tief im Inneren der Vulkan der Versagensängste zu brodeln. Man fürchtet sich vor einer Eruption, die eine neuerliche Eiszeit auslösen könnte und alles nur wegen des eigenen Egoismus, jemand sein zu wollen, der man nicht sein kann.

 

Kürzer treten ..., eins nach dem anderen ..., mir nicht so viel zumuten ..., vielleicht gar keine so schlechte Idee! Ähm, eine Frage ... Könnte vielleicht irgendjemand das Karusell anhalten?

 

Ich sitze hier und habe soeben meine tägliche Ration Vitamine geschluckt, die mir Gabi in Form von frisch gepressten Orangen vor den Monitor gestellt hat. Meinen Kindern geht es gut, mein Enkel ist quitschfidel, meine Eltern, Geschwister und ihre Partner sind wohlauf, es schneit nicht (obwohl ich Schneetour hätte) und ich lebe in einer kriegsfreien Zone, mit intakter Natur ... eigentlich müsste ich ein glücklicher Mensch sein, oder?

 

Glück ist, wenn man bemerkt, dass man die Lizenz zum Glücklichsein in seiner Tasche hat.

 

(Ich habe diese Zeilen ohne Rechtschreibkontrolle und Grammatikprüfung gepostet, also direkt hier geschrieben, weil´s dann ehrlicher ist, finde ich. Ich habe nicht korrekturgelesen - wie man es als Autor ja machen soll - und auch nichts überarbeitet. Falls jemand was zu meckern hat ..., bitte sehr. Untenstehendes Kontakformular benutzen.)

 


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