Ein implantierter Resetknopf und ein Dankbarkeitsprogramm ..., wäre das nicht toll?

 

Stellen wir uns einmal vor, wir haben uns mit unseren Wünschen und unserem Wollen wieder mal verzettelt und wissen nicht mehr ein und aus. Zu viele Therapieansätze, Freunde raten zu diesem und jenem, man hört dies, liest das, versucht jenes und irgendwann sagen Körper und Gehirn: lass uns in Ruhe - nichts geht mehr!

 

Seit meinem Burnout bin ich mit meinen Gefühlen ständig auf und ab unterwegs (mal mehr, mal weniger), glaubte aber zu wissen, wie die Mechanismen meiner Seele ineinandergreifen, und schaffte es immer wieder mal den Motor meines Antriebs neu zu starten. Dies klappte kurzzeitig gut und meine Motivation, das Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, rauschte tosend durch die Venen, wie ein Wildbach nach der frühlingshaften Schneeschmelze. Mein Wollen schoss wirbelnd und ungehemmt durch meine Gedankenwelt und riss mich emotional mit, bis ..., ja bis die Schneeschmelze vorbei war und sich die Wasser genauso schnell beruhigten, wie sie kurz zuvor aufgebraust waren. Zurück bleiben dann jedes Mal Verklausungen, angeschwemmtes Gedankentreibgut, das noch vor seiner Umsetzung in Tat von den tosenden Wassern an die Wände der Sinnlosigkeit gedrückt und dort gebrochen wurde. Fortan dümpelt es vor sich hin, traurig, hoffnungslos und ohne Aussicht darauf, je etwas Brauchbares zu werden. Ein Jammer, vor allem für mich, der ich dieses Treibgut nicht aus meinem Schädel bringe, der diese Gedankenleichen in seiner Gedächtnishalle verrotten sieht, wie Tierkadaver in der Serengeti, unter der sengenden Sonne Tansanias. Hämisch grinsen sie mir dann immer zu, die Aasfresser, Schmeißfliegen der Erfolglosigkeit, und obwohl ich nur die Augen zu schließen bräuchte und denken müsste, ich-hatte-schon-so-viele-Erfolge-im-Leben, lässt mich dann ein Gefühl der Orientierungslosigkeit keine klar strukturierten Gedanken fassen und mich in trostloses Nichtstun versinken.

 

Sind Sie schon einmal mit offenen Augen durch ein Spital gegangen und haben die Leiden der Patienten gesehen, der Großen und der Kleinen, sie gespürt, in sich aufgenommen? Ein glücklicher Schwamm, der keinen Platz für diese Leiden hat. Und jedes Mal, wenn ich ein Spital wieder verlassen durfte, dachte ich: »Danke, dass es mir so gut geht. Danke, dass es meiner Familie so gut geht. Und danke, dass ich in so einer friedvollen Gegend leben darf - wie auch immer ich gesundheitlich dastehe.«

 

Oft genügte ein Tag, bis mir die Unzufriedenheit lächelnd über die Schulter guckte und mir mit ihrer kalten, schweren Pranke die Kehle zudrückte, sodass ich meine Dankbarkeit rasch aus den Augen verlor und mich nur auf mich und mein »Über"leben konzentrierte. Wäre ja nicht das schlechteste, leider stehen mir dabei jedes Mal meine wilden Wasser im Weg, die rasch auf und rasch wieder abebben.

 

Da wäre dann eingangs erwähnter Resetknopf wichtig, und ein Programm, dass im Großhirn hochfährt und mit dankbaren Gedanken mein Dasein ausfüllt ..., und das, bei jedem RESET!