Reisedaten Segeltörn

Palma de Mallorca – Marina Kastela Split 20. April 2011 bis 8. Mai 2011.

 

Ja, und dann willst du ja wahrscheinlich wissen, wie sich das alles ausgewirkt hat, statistisch gesehen und so. Weil Hintergrundinformation ja oft wichtigste Information.

 

Also, da gibt es einmal diese „ETMALE“, segeltechnisch gesehen, komischer Name, aber wird ebenso genannt. Genau genommen heißt das laut Wikipedia: Ein Etmal (aus dem Mittelniederdeutschen: Etmal = wiederkehrende Periode) ist die von einem Schiff von Mittag zu Mittag zurückgelegte Wegstrecke. Mittag ist dabei der lokale Sonnenhöchststand (Schiffsmittag).

 

Der Schiffsmittag muss für die Standortbestimmung nach der astronomischen Navigation festgestellt werden. Damit hat man nur mit der Bestimmung des Sonnenhöchststandes, also ohne Uhr, eine tägliche feste Mittagszeit an Bord. So bot es sich an, die Strecke zwischen zwei aufeinanderfolgen Mittagen als Maß für den Reisefortschritt des Tages festzuhalten.

 

In dieser Bedeutung hat sich das Etmal bis heute erhalten. So erwarten und erhalten die meisten Reedereien der Handelsschifffahrt täglich die Mittagsposition und das Etmal des vergangenen Tages per Funk oder Telefon. Diese beiden Werte, das Etmal und die Mittagsposition sind immer noch die wichtigsten täglichen Daten eines Schiffes für die Reederei.

 

Unsere Etmale, vom Skipper an mich per Mail gemeldet, also Präzisionsdaten:

 

21.4.–22.4.    101 Sm

22.4.–23.4.    111 Sm

23.4.–24.4.    95,5 Sm

24.4.–25.4.    87,3 Sm

25.4.–26.4.    71,3 Sm

28.4.–29.4.    97,0 Sm

1.5.–2.5.       99,4 Sm

2.5.–3.5.     105,7 Sm

3.5.–4.5.      90,8 Sm

 

Und ob du es glaubst oder nicht, manchmal sind wir gar nicht einen Tag lang durchgefahren, technische Probleme und so. Deshalb hat Achim, der das Amt des Navigators bekleidete, neben vielen anderen die fehlenden Meilen, wo keine Etmale gefahren, im Logbuch vermerkt, Mike und Grüger unterstützen ihn dabei, aber keine Frage, ebenfalls Präzisionsdaten.

 

Die gesamte Wegstrecke von Palma bis Split beträgt daher laut Logbuch vom 21.4., 04.45 Uhr bis 07.5., 12.10 Uhr 1259,06 Seemeilen, das entspricht 2332 Kilometer. Bei einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 5 Knoten, das entspricht knapp 10 km/h – wir haben nie einen Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretung bekommen –, ist das eine ganz schöne Strecke. Na gut, du kannst jetzt sagen, wir konnten dabei sitzen, da hast du auch wieder recht, keine Frage. Da wir ja mehr mit Motor als mit Segel unterwegs waren, ungefähr 30% Segel und 70% Motor, verbrauchten wir stattliche 880 Liter Diesel. Und du wirst dich jetzt fragen, ja was hat das denn gekostet? Pass auf, ich sag es dir: €1225 Euro, weil das hat mir unser Cookie mitgeteilt, der auch noch Kassier war und so viele „Amtl´n“ auf unserer Reise bekleidete wie der Achim. Vielleicht kochen sie deshalb gemeinsam, um sich über ihre Ämter auszutauschen, muss ich doch mal nachfragen.

 

Das größte Kostenstück vom Kuchen war die „Bellissima“, die sich mit €3000 Euro in die Bordkasse segelte (pardon motorte). Vergleichsweise günstig die Flugkosten von Salzburg nach Palme mit Lauda Air: 95 Euro pro Person, mit einer Ausnahme: Mike musste 115 Euronen abdrücken, weil etwas später gebucht. In die Bordkassa zahlte jeder 600 Euro für: Essen, Getränke, Marinagebühren, Diesel, Landgang … die Details wie: Klopapier, Feuchttücher usw. erspare ich dir, fällt alles unter Hygieneartikel und hat bestens funktioniert. Und da wir ja von Split wieder nach Österreich, Flughafen Graz, kommen wollten, mieteten wir für die Rückfahrt einen Renault Traffic bei der Firma SIXT, den wir am Airport Split entgegennahmen. Kosten 687 Euro und „Trommelwirbel für SIXT“, erste Sahne Fahrzeug und problemlos funktioniert, wie Mutter auf Schraube, wenn passend.

 

Und das Beste kommt zum Schluss, wie es „Die Seer“ in einem ihrer Lieder so schön besingen. Auf unserer Reise legten wir in 18 Tagen insgesamt 4996 Kilometer zurück, Flug, Schiff und Auto. Na gut, das machen andere in weniger Tagen, wirst du jetzt anmerken, und wieder hast du recht, keine Frage. Aber soll ich dir zum Schluss was sagen: Das ist mir wurscht … ich bin froh, dass wir alle wieder gut zu Hause angekommen sind, um ein Abenteuer, um eine Lebenserfahrung reicher, die uns niemand nehmen kann, weil Hirn entnehmen meist wenig Informationsgehalt übrig.

 

Abschließend möchten wir uns bei unserer Charterfirma in Kirchbichl Tirol - Trend Travel Yachting - für die hervorragende Unterstützung und die blitzschnelle Behebung der gravierendsten Schäden in Palermo bedanken. Auch wenn es sich in meinem Reisebericht so liest, als hätte uns Trend Travel Yachting ein desolates Boot zur Überstellung verchartert, dem war nicht so. Sie wussten selbst nichts über den Zustand der Bellissima und waren erstaunt und betroffen, als unser Skipper Fotos und seinen Bericht an die Zentrale übermittelte. Wir erhielten einen Zuschuss für unsere Bordkassa, da wir ja mit erhöhten Dieselkosten konfrontiert waren. Frau Ender von Trend Travel schickte unserem Skipper ein Entschuldigungsschreiben, das absolut glaubwürdig war. Dass man auch einmal Pech haben kann, das haben wir auf diesem Überstellungstörn gelernt, dass wir wieder bei Trend Travel Yachting buchen werden, steht außer Frage. Wir hatten in den sieben Jahren, die wir schon bei Trend Travel chartern, nie Probleme.

 

Nochmals Danke an: Die Inhaberfamilie Grassl, Frau Ender und Frau Ebner.