Tag 1: 20. April 2011

 

Der Flug PMI HG 3490 mit Lauda Air von Salzburg nach Palma verlief reibungslos und wir landeten am 20. April gegen 14 Uhr auf dem Airport Palma de Mallorca, der im Gegensatz zum Salzburg Airport enorme Dimensionen hat. Wenigstens haben sie dort Boden-Rolltreppen, die unseren Laufweg zum Gepäck, das am anderen Ende des Flughafens auf uns wartete, beschleunigten. Zwei Taxis nahmen sechs Mann und ihr Gepäck auf und nach zehn Minuten waren wir in der Marina Alboran


(siehe Foto)

marina alboran
Marina Alboran Palma de Mallorca

 

Selbe Fahrstrecke, aber zwei verschiedene Preise, die drei Euro Preisunterschied waren zu verschmerzen, weil, der Fahrer hätte eh gesagt: „Nix verstehen, Non Capisco“, oder so ähnlich. Das anschließende Shopping war dann schon anstrengender. Wir hatten absolut nicht damit gerechnet, dass in einem Supermarkt (Kategorie: Hofer, Lidl, Merkur), niemand Deutsch oder Englisch spricht. Ballermann muss wohl woanders sein. Vier Crewmitglieder (Franz, Mike, Günter und ich) verbrachten suchend und studierend dreieinhalb Stunden im Mercadona-Supermarkt in der Avinguda Joan Miró, 4, und auf den Straßen Palmas.


(Foto: Wegbeschreibung zum Mercadona-Supermarkt)

Mercadona Supermarkt
Einkaufswagenrally in Palma

 

 

Wer schon einmal einen Einkaufswagen mit 53 Sixpacks Heineken-Bier (318 Dosen) fünfhundert Meter eine abschüssige Straße hinuntermanövriert hat, wird wissen, wovon ich hier schreibe. Gott sei Dank waren es Seidldosen! Spätestens da wusste ich die Mimik des dunkelhäutigen Marineros in der Marina Alboran richtig zu deuten. Nachdem er uns erklärt hatte, wo wir Lebensmittel kaufen können, endete seine Ausführung mit den Worten: „Have Fun“ und einem breiten Grinsen, bei dem er seine makellos weißen Zähne zeigte. Spannend war es auch, mit derart aufmagaziniertem Einkaufswagen über die sechsspurige Avinguda Gabriel Roca zu holpern. Die Fahrgeschwindigkeit der Autos und Motorräder richtig abzuschätzen, war dabei von entscheidender Bedeutung, zumal wir zuvor über einen Lift drei Stockwerke in eine Hoteltiefgarage fuhren (der Mercadona-Supermarkt liegt in der nächsthöheren Straße hinter den Hotelkomplexen am Hafen) und am Ausgang der Tiefgarage den Licht-Schatten-Wechsel berücksichtigen mussten. Es gibt an dieser Straße zwar eine Ampel, aber wenn so ein vollgefüllter Einkaufswagen einmal in Schwung ist Meine Sorge galt auch den Rädern am Einkaufswagen, die ja nicht für den Straßenverkehr und dieses Gewicht ausgelegt sind. Insgesamt bunkerten wir Lebensmittel für den größten Teil unserer Fahrtstrecke (sieben randvolle Einkaufswagen mit Getränken, Lebensmitteln, Naschereien – etwa 1100 Euro) und wollten unterwegs nur mehr frisches Brot und etwaig Gemüse zukaufen. Und falls uns das Bier oder der Wein ausgehen sollte na ja, viel trinken ist wichtig, du verstehst?

 

In der Zwischenzeit übernahmen Skipper Andi und Navigator Achim das Boot, die „Bellissima“. Nachdem wir sie kurz nach unserem Eintreffen am Steg in Augenschein nahmen, kam keine rechte Freude auf. Sie wirkte auf mich müde und ausgelaugt. Das Bimini-Top war Flickwerk und die Sprayhood an manchen Stellen eingerissen. Auf die obligatorische Schiffsbesichtigung wurde von uns vieren verzichtet, da wir sofort einkaufen wollten. Aber nach einer Reise von den Kapverden bis Palma muss man wohl nachsichtiger sein, weil der Atlantik ist ja keine Badewanne. Außerdem war unser Reisefieber bereits auf 42 Grad gestiegen und da blieb keine Zeit für Lamentieren. Bei der Weinverkostung in der Pantry (Küchenblock im Salon) erstmals unter Deck, schlug mir ein leicht muffiger Geruch entgegen – feuchte Luft drang aus den Kajüten. Na ja, wir werden dich schon trockensegeln, lachte ich und der Rest der Crew stimmte mit ein. Müde, aber glücklich an Bord zu sein, strichen wir um 23 Uhr nach der Schiffseinweisung durch den Skipper die Segel und hauten uns in unseren Kajüten aufs Ohr. Und ob du es glaubst oder nicht, keiner von uns musste alleine schlafen. Jeder hatte ein kaputtes Segel eines anderen Schiffes zum Anschmiegen in seiner Koje, weil Überstellungstörn auch gleich Postschiff und defekte Teile somit Richtung Heimathafen. Ich war an jenem Tag schon zu müde, um mir Gedanken darüber zu machen. Es sollten aber noch einige defekte Teile dazukommen auf unserem Törn nach Split/Kroatien.