Almgasthof Schmollhube (Schmollhuam) bei Leoben 22. 09. 2010


Wir fahren morgens um 9 Uhr Richtung Leoben. Der 22. September sollte ein toller Tag werden. In Liezen lacht bereits die Sonne vom strahlend blauen Herbsthimmel. Der Nebel breitete seinen Mantel bei Wald am Schoberpaß in kaltem Grau über die A9 und Gabi macht sich Sorgen, ob in Leoben jemals die Sonne scheinen wird (An diesem Tag zumindest). Tanja, unsere Tochter, die schon in Leoben wartet, beruhigt sie: „Hier schlafen wir länger und um 11 Uhr scheint dann die Sonne.“ Gabi blickt auf die Uhr – noch 20 Minuten. Kein Problem, wir müssen ohnehin noch ein Stück fahren. Auf einer schmalen Straße, durch den Gößgraben, fahren wir bis zu unserem Ausgangspunkt, wo einige Schilder uns den Weg zum Almgasthof Schmollhube weisen. Es geht bergan auf einem Forstweg und nach den ersten Schritten – Sonne! Auch in Gabis Gesicht. An einem weiteren Schild: Zum Almgasthof Schmollhube – Leichter Weg, meint Tanja mit Blick auf uns: „Hinauf gehen wir den leichteren Weg, herunter dann auf dem Waldweg.“ Sehr fürsorglich, ich muss lachen. Sie wird schon wissen wovon sie spricht. Wir bleiben für gut 30 Minuten auf diesem Forstweg, ehe wir auf einen etwas steileren Waldweg abzweigen. Schwitzen soll ja gesund sein, denke ich, während wir in einer Verschnaufpause auf einem Wegstück über eine Lichtung, das wunderbare Panorama der Leobner Bergwelt betrachten. Es ist teilweise noch in Hochnebel gehüllt. Beim Abstieg war der Nebel verschwunden.

 

„Ist es noch weit?“, scherze ich mit unserer Bergführerin. Sie meint: „Nein, gleich sind wir da. Nur mehr ein Stückchen durch den Wald.“ Wir haben alle drei schon eine gesunde Farbe im Gesicht und nach 45 Minuten stehen wir vorm Almgasthof. Begrüßt werden wir von Asta, einem Berner-Sennen-Hund, der uns freudig entgegenbellt und der Familie Troll, Besitzer der Schmollhube. Im sonnigen Gastgarten sitzen schon drei Wanderer und genießen die tolle Aussicht. Dem schließen wir uns an. Frau Troll kümmert sich um unseren Wasserhaushalt und serviert herrliches „Schiwasser“, das ich aus Gründen der Fahrsicherheit einem Gösser Bier vorziehe. Es ist Mittwoch, der Ansturm nicht so groß und wir drei sitzen wie die Fliegen an der Hausmauer und lassen die Sonne unsere T-Shirts trocknen.

 

„Fast zwölf Uhr, was meint ihr, essen wir eine Kleinigkeit.“

 

Gabi und Tanja stimmen zu und Frau Troll zaubert mir ein Lächeln der Vorfreude ins Gesicht, als sie verkündet: „Ja, es gibt schon einen Schweinsbraten.“ Tanja wählt Fleischbrot und Gabi eine Brettljause. Während wir warten, werden wir in unregelmäßigen Abständen aus einem Fenster über unseren Köpfen begrüßt: „Hallo“ – „Hallo“ … Gabi grüßt schließlich zurück. Als Bachus, einer von zwei Papageien, plötzlich zu Jodeln beginnt, können wir uns vor Lachen fast nicht mehr halten. (Ein Geheimtipp: Wenn man zu ihm hinaufsieht, sagt er meist nichts. Wenn man ihn ignoriert …, fühlt er sich ignoriert und legt los).

 

Die Freundlichkeit der Wirtsleute, der traurige Blick von Asta – beim Essen, das traumhafte Panorama, die lustigen Papageien, wird von der Qualität der aufgetischten Speisen nochmals übertroffen. Wie steht schon auf der Homepage - www.schmollhube.at: Der legendäre Schweinsbraten! Dieses Lob kann ich nur bestätigen – sensationell, und auch meine beiden Damen waren von ihren Speisen begeistert. Sollte das Wetter einmal nicht so freundlich gesonnen sein, die Schmollhube bietet auch eine urige Stube zum Verweilen.

 

Wenn man nicht wie wir versucht, den Almgasthof in Rekordzeit zu erstürmen, kann ich diese Wanderung allen Jungebliebenen aufs Wärmste empfehlen. Informieren Sie sich auf der Homepage der Schmollhube über die Möglichkeiten, die Ihnen auf 1146 Meter Seehöhe geboten werden. Die nahen Gipfel, z.B. die Mugl, sind nicht nur in der wunderbaren Herbstzeit einen Aufstieg wert. Unser Abstieg, denn wir in 35 Minuten bewältigen, gestaltet sich wie die Wanderung durch einen Märchenwald. Das liegt nicht nur an den Farben, die in der Herbstzeit immer intensiver werden, sondern auch am Waldboden unter unseren Füßen und der wunderbaren Landschaft.

Wanderkarte zur Schmollhube
Weg zur Schmollhube


Schmollhube
Link zur Schmollhube