Älter werden

Die richtige Brille - sehen und gesehen werden ...

Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die vier Jahreszeiten. Geburt, Kindheit, Arbeitsleben und Alter, die vier Lebenszeiten. Beide Zeiten haben ihre guten und auch schlechten Augenblicke. Der Frühling oder die Geburt sind gezeichnet von Schmerz und sich entwickelnder Schönheit, der Sommer von jugendlicher Hitze und ausgelassener Lebensfreude, der Herbst von beruflichem Werdegang oft verbunden mit Mühsal und Plag. Dann die letzte Zeit – der Winter und das Altern. Das Leben wird ruhiger, langsamer und bedächtiger. Es zwickt da und dort und man hat manchmal mehr Zeit, als einem lieb ist. Die Tage werden länger, die Nächte kürzer. Senile Bettflucht unterbricht bei manchen immer öfter den Schönheitsschlaf. Und obwohl der Blick geschärft ist, für das Wesentliche und den Alten erlaubt, weit in die Vergangenheit zu schauen, wird ihr Auge müde und die Buchstaben und Zeichen verschwimmen langsam zu einem schwammigen Brei.


Diese Fehlsichtigkeit, die sich heimlich und gnadenlos ins Leben schleicht, altersbedingt weitsichtig oder kurzsichtig, nachtblind (war ich Gott sei Dank nie, hätte sonst oft nicht nach Hause gefunden). Und man soll auf einmal immer so ein Dings ... eine Brille, bei sich tragen. Lästig für Typen wie mich, die ihr ganzes Leben einwandfrei und scharf gesehen haben – wie ein Adler, wurde mir einst bei der Musterung beim Bundesheer, vor ewigen Zeiten attestiert. Jetzt, über fünfzig und täglich mit Computerarbeit konfrontiert, weiß ich, wie wichtig eine gut angepasste Brille ist. Na ja, die Tasten treffe ich zwar blind und auf die Qualität des Textes hat eine Brille auch keinen Einfluss, aber ich will ja auch lesen können, was auf einer Verpackung steht. Oder wie viel kostet der Fernseher, wer ist die hübsche Dame mit den kurzen Haaren, die seit einer halben Stunde meine Fragen erträgt – oh, eine Werbepuppe aus Karton sehe ich, als ich mich jetzt nicht mehr schäme und meine altmodische Brille aufsetze. Die Verkäuferin steht hinter mir und lächelt – jetzt schäm ich mich.


Und weil ich gerade in der Arkade bin, ein Einkaufszentrum in Liezen mit reichhaltigem bunten Branchenmix, beschleunige ich meine Schritte und besuche die Firma Wutscher OptikSeit der Gründung im Jahr 1966 ist das Unternehmen stetig gewachsen. Derzeit beschäftigt die Firma Wutscher etwa 165 Mitarbeiter an 30 Standorten in Österreich. Und die vorbildliche Arbeit ist richtungsweisend für viele Unternehmen im In- und Ausland. Geschäftsführender Gesellschafter ist Optikermeister und Hörgeräteakustiker Fritz Wutscher. Perfektes Sehen und Hören in jeder Lebenslage und modisch immer am Puls der Zeit, das können Kunden von Wutscher Optik erwarten.


Und das ist es, denke ich, was zählt. Ich möchte ja auch im Alter die Schönheit der Natur genießen, entspannt ins Kino gehen und wissen, was dort gespielt wird. Zu Hause das Essen auf dem Tisch nicht nur riechen, sondern auch sehen. Man isst ja auch mit den Augen. Autofahren und nur verschwommen sehen, das geht doch nicht. Und dann gibt es da ja noch meine Leidenschaft, das Lesen und Schreiben. Und auch als Mann will man gut aussehen und modisch am Puls der Zeit leben.


Ich würde traurig werden, mich unwohl fühlen, vielleicht sogar stinksauer sein, wenn ich – nur weil ich älter werde – das Leben in seinen wunderbaren Farben und Schattierungen nicht mehr sehen könnte. Aber es gibt ja die Optiker und in meinem Fall die Firma Wutscher, sogar zweimal in Liezen. In der Arkade wurde mir eine modische Gleitsichtbrille auf die Nase gesetzt, ich habe in den Spiegel geschaut und gesagt: „Die passt, die nehme ich!“ Und der Verkäufer sagte zu mir: „Und wenn die optischen Gläser in wenigen Tagen geliefert werden, dann wirst du sehen, dass dir diese Brille auch steht.“ Und dann haben wir beide gelacht, weil ich den Verkäufer schon lange kenne. Brillenkauf ist irgendwie ja auch Vertrauenssache, finde ich. Und darum gehe ich auch weiter zu Optik Wutscher, auch wenn mich eine Firma mit Altersrabatten im Prozentbereich lockt, wo der selige Herr Heesters schon Geld bekommen hätte, hätter er sich bei denen eine Brille gekauft.

 

Aber ich bin ja erst knapp über fünfzig und heiße nicht Heesters. Und mit der Firma Wutscher bin ich sehr zufrieden, warum sollte ich da ein Risiko eingehen und wechseln. Das überlegtere Handeln, das hat auch was mit dem älter werden zu tun.