„Die Zeit wird deine Wunde heilen.“

„Warum? Nie hätte ich gedacht, dass er so plötzlich geht. Dass er einfach nicht mehr da ist. Dass ich nie mehr mit ihm sprechen, mich mit ihm unterhalten kann. Ich will es einfach nicht glauben. Er fehlt mir so!“

„Es ist furchtbar, aber alles hat seine Zeit. Auf das Leben folgt nun mal der Tod. Die Zeit dazwischen sollten wir nützen.“

 

Franz wischte sich eine Träne von seiner rechten Wange. Lothar schaute in zwei wässrige graubraune Augen und legte seinem Freund tröstend die Hände auf die Schultern. Als Franz den sanften Druck der Handflächen bemerkte, gab es für ihn kein Halten mehr. Schluchzend senkte er seinen Kopf an Lothars Brust und ließ seinen Emotionen ihren Lauf. Wie ein Wolf den Mond anheult, heulte Franz seinen Seelenschmerz hinaus. Auch Lothars Augen wurden feucht. Sanft wiegte er Franz in seinen Armen. Keiner der beiden vermochte zu sagen, wie lange sie in dieser wortlosen Traurigkeit dagestanden hatten. Im steten Ticken der  Kuckucksuhr war die Zeit einfach verflogen, in der sie an ihren verstorbenen Freund Helmut gedacht hatten. 

 

Auch Männer weinen, wenn sich ein Herz zerfressende „WARUM“ über den Tod des besten Freundes nicht beantworten lässt.