Burnout bei Robin Hood

oder doch mit Sport gegen Burnout?


 

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren und Burnout wird nun ernster genommen. Trotzdem müsste präventiv noch wesentlich mehr geschehen, um den psychischen und physischen Druck von arbeitenden Menschen zu nehmen. Nach wie vor wird bei Firmen kräftig eingespart und das Material "Mensch" somit überbeansprucht. Einige wackere Menschen versuchen auf diese Missstände hinzuweisen. In Blogs, auf Homepages, Facebook und in Internetforen werden vermehrt rege Diskussionen zum Thema Burnout geführt und zum Teil haarsträubende Recherchen von Zeitungen analysiert. So habe ich gerade einen Beitrag in Facebook über die Seite „Innenwelt“ gelesen, wo es um Depressionen und Sport geht. Ein Beitrag der Zeitschrift Focus lässt auf der Innenwelt Seite Burnout-Betroffene nur müde ihre Köpfe schütteln.


So titelte etwa die Zeitschrift Focus in ihrer Rubrik Psychologie: „Sport vertreibt selbst schwere Depressionen - News - FOCUS Online – Nachrichten“

Von täglichem Training profitieren sogar Menschen mit schweren Depressionen. Dabei half die körperliche Aktivität in einer Studie Patienten, deren erstes Antidepressivum nicht angeschlagen hatte.


Erster Kommentar dazu: fragt sich hier aber schon, welcher Mensch, der an schweren Depressionen leidet, sich zu Sport aufraffen kann???


Boot-Camps für Burnout-Betroffene? Hanteltraining statt Antidepressiva? Da werden die Pharmazeutischen Unternehmen aber keine Freude haben, mit so einem Artikel. Vielleicht sollte man noch nicht ausgebranntem Personal in Zukunft ja vorbeugend eine Stunde Turnen verordnet, um so den stetigen Ausfall von Arbeitskräften zu verhindern. Das wird so nicht funktionieren, meine Herren. Wie fauler Mörtel, brökelt die Fassade der Einsparungen bereits von den Prunkbauten florierender Unternehmen. „Wer rastet der rostet!“ Dieser einst motivierenden Spruch aus den Führungsetagen hat seine Wirkung längst verloren und es hallt ihm vermehrt ein Spruch der Arbeiterschaft entgegen: „Wer HASTET, der rostet!“.

Für die wackeren Blogger scheint es ein Kampf gegen Windmühlen zu sein, da eine Entlastung der arbeitenden Menschen, eine Entschleunigung ihres Arbeitsalltags, zu höheren Kosten für die Firmen führt und somit ihren Gewinn schmälert. Doch ohne das Geld in die Hand genommen wird, das vereinte Europa sponsert ja gerne gefallene Menschen, wird es nicht funktionieren. Es klingt seltsam, aber die Arbeitgeber alleine können das Ruder auch nicht mehr herumreißen, nicht einmal wenn sie es wollen. Denn mehr Personal, bedeutet höhere Lohnnebenkosten und würde das angeschlagene Schiff mit Sicherheit versenken.


Es scheint, als würde es zu keiner Besserung dieser Mitarbeiterfeindlichen, verfahrenen Situation kommen, und Robin Hood ... der war einmal, der hätte in diesen Tagen vermutlich auch Burnout, bei so vielen denen er helfen sollte.


30. August 2011