28. März 2010

 

Obwohl die Sonne beim Fenster reinblinzelt, geht es mir heute nicht gut. Nein, ich war nicht in der Spur gestern und ich habe auch zu Hause nichts gepippelt. Ich weiß einfach nicht weiter. Diese verdammte Lustlosigkeit hält sich mit ihren schleimigen Armen an mir fest. In den letzten Wochen habe ich mich wohl etwas überfordert. Es macht mir zu schaffen, dass ich die Leere in mir nicht vertreiben kann.  Es ist so als würde ich mit einem Koffer am Bahnhof stehen und auf meinen Zug warten. Er fährt ins Land des Lachens und der Freude. Ich sehe den Zug kommen, weiß, wenn ich einsteige, werde ich Neues sehen, schöne Orte und die Fröhlichkeit kennenlernen, doch dieses „aber“ blockiert die Treppe zum Einstieg. Gabi will mich motivieren, doch mir fehlt die Kraft für ein „JA.“ Es ist komisch: Der hat gerade ein neues Buch auf den Markt gebracht, der müsste doch voll Energie sein und vor Freude nur so strotzen. Man möchte meinen der tickt nicht ganz richtig. Keine Bange, denkt es euch ruhig, ich habe ich mir das auch gedacht. Es ist schwer zu verstehen und doch habe ich eine gewisse Ahnung. Meine befristete Pension bis Ende des Jahres - offen, meine Untersuchung in Graz morgen - offen, wie wird es mit mir weitergehen - alles offen. Es ist schön, wenn man sich über etwas Gedanken machen kann, zu viel ist aber auch schlecht und man wird ganz wirr im Kopf.

 

To Be or Not to Be, um ein berühmtes Zitat aus Hamlet zu bemühen, das meine Situation sehr gut beschreibt. Ich weiß sehr wohl, dass es vielen Menschen so geht und ich nicht alleine Trübsal blase. Vielleicht ist aber auch nur einer dieser Tage, an denen man keine Lust zu „Garnichts“ hat. So bleibe ich vor meinem PC sitzen und schreibe diese Zeilen. Morgen fahre ich nach Graz zu einer Kontrolluntersuchung. Ich muss alle Jahre mittels MR meinen Kopf auf verdächtige Blutgerinnsel scannen lassen. Voriges Jahr haben sie eine Einbuchtung gefunden. Ich habe ein ungutes Gefühl. Vielleicht finden sie ja etwas. Ich hoffe nicht, dass ich etwas im Schädel habe ... auch, wenn das blöd klingt.