16. April 2010

 

Hallo erstmal ...

 

Der 15. April 2010 war kein Tag wie jeder andere. Um 19 Uhr stand ich mit Gabi und ihrer Damenrunde im El Paso in Liezen. Sie begleiteten mich als moralische Unterstützung. Nervös? War ich eigentlich nicht, oder war das nur die Ruhe vor dem Sturm. Ich war durch eine nicht ganz den Tatsachen entsprechende Anzeige in einer Tageszeitung, in die Pflicht genommen worden. Wobei ... Pflicht? Ich hätte mich ohne Weiteres hinausreden oder „einen auf Krankmachen“ können. Diesmal nicht, dachte ich. Ein ehemaliger Bandkollege und Freund, Helmut Fröschl, spielte mit seiner Gruppe an jenem Abend in besagtem El Paso, einer Pizzeria im Zentrum von Liezen. Er wollte aus meinem neuen Buch Alfreds Welt der Zwei&Vierzeiler einige Ausschnitte zum Besten geben. Am Sonntag, den 11. April 2010 stand jedoch in der Zeitung ... Doppelveranstaltung: Alfred Stadlmann liest, Helmut Fröschl spielt. Panik und Angst waren an diesem Tag meine Begleiter. Bevor ich jedoch, wieder einmal, in eine tiefe Depression durch meine Unfähigkeit zu Handeln abrutschte, fasste ich mir ein Herz und sagte: „Was hast du zu verlieren. Versuche es doch einfach. Sollte das Publikum dich auslachen, weine heimlich. Sollte es dich loben, werde nicht größenwahnsinnig.“ Vorweg, es wurde ein toller Abend. In entspannter Atmosphäre mit vielen bekannten Gesichtern, trug ich meine Buchpräsentation vor. Es gelang mir sogar, das Publikum einmal zum Lachen zu bringen, als ich mein selbst gestaltetes T-Shirt präsentierte. Dass ich in meiner 20 Minuten dauernden Präsentation ein oder zweimal gestrauchelt war, schien niemand bemerkt zu haben. Auch nicht, dass ich gezittert habe wie Espenlaub. Zumindest wurde es mir nach Rückfragen so bestätigt. Helmut Fröschl, Stimme und Gitarre bestens im Griff, spielte mit seiner Band - Burkhard Höfer/Leadgitarre, Mischa Lemmerer/Drums und Percussion sowie Christian Tschitschko am Mischpult - hervorragend, viele Klassiker der Musikgeschichte. Das Publikum bedankte sich mit frenetischen Rufen nach Zugaben.

 

Abschließend möchte ich sagen: Es ist ein mulmiges Gefühl, das einen befällt, wenn man etwas zum ersten Mal machen soll. Das ist ganz normal. Am Tag danach kann ich behaupten: Es ist ein schönes Gefühl ... es gemacht zu haben. Und wenn es schiefgegangen wäre, was ja nicht der Fall ist, wäre ich trotzdem stolz auf mich. Ich habe mich meiner Angst gestellt und sie besiegt, ganz egal wie diese Lesung ausgehen sollte. Es ist wieder ein Schritt zurück, auf meinem Weg in ein neues Leben. Die Last auf meinen Schultern ist geringer geworden, ein weiterer Stein ist gefallen.

 

Ein Bericht von: Alfred Stadlmann

Sie erreichen den Autor unter: a.stadi@gmx.at oder über seine Homepage: www.steirerbua.at

 

© Alfred Stadlmann 2010