Die zehn Gebote ...

... meiner Frau.


Zehn Gebote meiner Frau – Fluch oder Segen?


Ich frage mich: Bin ich ein schlechter Mensch? Oder bin ich faul oder unfolgsam? Nein, faul bin ich nicht, das kann ich jedem beweisen. Aber muss ich das denn? Nein, muss ich nicht. Mir muss ja auch niemand beweisen, was er den ganzen Tag so macht. Niemand muss mir beweisen, ob er so wie ich, manchmal (zu oft) acht bis zehn Stunden an seinem Computer verbringt. Das glauben Sie nicht? Na dann fragen Sie einmal meine Frau, die kann das bestätigen … muss sie aber nicht. Oder lesen Sie einfach alle Einträge auf meiner Homepage durch, sinnvoll oder nicht sei hier einmal dahingestellt, da werden Sie schon sehen, dass ich nicht faul bin. Da ist jede Menge Schweiß und Gedankenschmalz geflossen, als ich mir die Zeit mit tippen und kontrollieren um die Ohren geschlagen habe. Wobei, das kontrollieren, das ist so eine Sache, da muss ich mich schon auf Word und seine Rechtschreibprüfung verlassen. Obwohl, gelernt habe ich schon einiges, in den letzten drei Jahren. Aber dieses ewige Denken … Mannomann. Keine Sekunde in der ich nicht an irgendetwas denke: einen Artikel für BLO24 soll ich noch schreiben, aber was? Bei meinem neuen Buch soll ich das offene Kapitel endlich abschließen, aber wie? Die Aufgabe für mein Studium soll ich auch noch abarbeiten, aber wann? Ein paar Zeilen für meine Homepage sollte ich auch wieder mal schreiben, für wen? Und dann noch die zehn Gebote meiner Frau, Mannomann, wie die mir auf den Sack gehen, zeitweise zumindest.


Die zehn Gebote meiner Frau!

 

1. Du sollst nicht so viel vor dem Computer hocken.

2. Du sollst jeden Tag einen Apfel essen.

3. Du sollst mehr Zeit in der Natur verbringen.

4. Du sollst das Turnen nicht links liegen lassen.

5. Du sollst mal wieder unter die Leute gehen.

6. Du sollst dabei aber nicht so viel trinken.

7. Du sollst das Rauchen reduzieren – besser aufhören.

8. Du sollst nicht immer zurückreden.

9. Du sollst nicht so eine Miene ziehen.

10. Du sollst Essen kommen. (mit dem kann ich eigentlich ganz gut leben).

 

Trotzdem bin ich froh, dass ich sie habe und irgendwie hat sie ja Recht. Aber mir fällt es irrsinnig schwer, mich in einen Plan zu fügen. Vielleicht weil ich selber keinen habe? Ich nehme es mir ja jeden Tag vor, etwas an meinem Dasein zu ändern, weiß ja, dass es so nicht weitergehen kann. Ich bin ja selber schon ganz wuschelig, weil ich nicht weiß, was ich machen und was ich besser nicht machen soll. Und dann noch diese zehn Gebote meiner Frau. Zum aus der Haut fahren, sage ich. Geht es Ihnen auch manchmal so? Ok, ich zeige Ihnen kurz wie mich die Gebote meiner Frau schon am frühen Morgen umzingeln.


 

Ich stehe auf und strecke mich. Es knackst überall. Erster Blick aus dem Schlafzimmerfenster, wie ist das Wetter, es regnet. (Gebot Nr. 3)


Bin ich mit Frühstückmachen dran? Frau schläft noch. Ok, dann geh ich halt. Mein Rücken schmerzt, als ob ich am Wochenende die Fußmatte vor dem Bollwerk gewesen wäre. (Gebot Nr. 4)


Filter in die Kaffeemaschine, zwei Löffel Kaffee, 600ml Wasser und einschalten - nicht vergessen! Zwei Kaffeetassen, Butter, Brot, Marmelade und Honig auf den Tisch, kurz ins Wohnzimmer den Computer hochfahren. (Gebot Nr. 1)


Zurück in der Küche sehe ich so runde Dinger in einer Obstschale liegen. Ich viertle zwei davon und stelle sie auf den Tisch. Da wird meine Frau Augen machen. (Gebot Nr. 2)


Dann die Tageszeitung an der Haustüre abholen und beim Zurückgehen einen kurzen Halt an der Schlafzimmertüre einlegen. Tür auf und mit gehobener Stimme: Frühstück ist fertig! (Gebot Nr. 10) (Sie kann damit leben).


In der Zeitung steht wieder mal nichts Besonderes: Mord und Totschlag und Griechenland-Syndrom der EU. (Gebot Nr. 9)


Mich regt das fürchterlich auf und ich halte einen Vortrag über Sodom und Gomorra. Meine Frau entgegnet, dass nicht alle Menschen so doof sind und kommt mit (Gebot Nr. 5)


Das wiederum sehe ich ein und das Bild meines besten Freundes baut sich vor meinem geistigen Auge auf. Meine Frau liest meine Gedanken. (Gebot Nr. 6)


Diese infame Unterstellung will ich sofort entkräften. Es folgt (Gebot Nr. 8).


Mir schmeckt das Frühstück nicht mehr und ich setze mich missmutig auf unseren Balkon. Beim Griff zur Zigarettenschachtel steht meine Frau schon neben mir. (Gebot Nr. 7)


Ach was soll´s, ist ja nicht immer so. Manchmal steht sie ja vor mir auf und geht zur Arbeit. Und wenn ich dann so alleine am Frühstückstisch sitze und es ist ganz still in der Küche, dann vermiss ich sie ganz schrecklich. Ganz schön bescheuert, finden Sie nicht?


Frühstück mit Ihr - Alfred Stadlmann Sept. 2011


Geht´s Ihnen auch so?

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