Ist es ein Zeichen von Schwäche, den Schwachen beizustehen? In diesen Tagen, wo die meisten nur mehr wegsehen, zeichnet sich eines ab: Jeder ist sich selbst der Nächste.

 

Warum, lautet nun meine Frage; warum ist das so? Die Nächstenliebe scheint vom Aussterben bedroht; die Egomannen befinden sich auf dem Vormarsch. Dieses Ich-denken, auf-sich-fokussiert-sein, entspringt dem Leistungsdenken, dem die heutige Gesellschaft täglich ausgesetzt ist: Macht, Geld und Gier nach Ruhm. Wie sonst könnte es sein, dass sich die Jungen nicht mehr um die Alten kümmern, dass ein 13-jähriges Mädchen als Einzige eine ertrinkende Frau wahrnimmt und keine Hilfe bekommt, als sie versuchte die Frau zu retten, und dass Menschen raubend und plündern für ein paar Euro über Leichen gehen. Die Menschlichkeit ist aus den Fugen geraten, so wie die Welt langsam aus allen Fugen gerät.

 

Zurück bleiben die schwachen; die menschlichen ..., jene, die in den Menschen noch den Menschen sehn.

 

Montag, 11. Juli 2011