Romeo und Julia

Liebe und der Cyberspace


 

Romeo und Julia - in der Neuzeit!

 

 

Oh Romeo, wo ist er hin, dein Liebesschwur verlor den Sinn,

betrachtest Tag für Tag die Andern, die durch die Cyberwelten wandern.

 

Oh Julia, welch garstig Worte, nur weil ich seltsam Menschen orte,

nur weil ich wissbegierig bin, wo uns das Netzwerk führet hin.

 

Oh Romeo, ja siehst du´s nicht, sieh´s doch am eigenen Gewicht,

das mit den Jahren der Recherche, sich fröhlich rankt um Cyber-Ärsche.

 

Oh Julia, du bist gemein, mit Wortgewalt schenkst du mir ein,

obwohl, ganz Unrecht hast du nicht, ich legte zu, auch an Gewicht.

 

Oh Romeo, Geliebter mein, steh´ endlich auf und halte ein,

lass Internet und Facebook sausen, verzichte auf die Netzwerkflausen.

 

Oh Julia, geliebtes Weib, es ist doch nur ... ein Zeitvertreib,

so muss ich nicht wie all die Andern, von einem Wirt zum Nächsten wandern.

 

Oh Romeo, warum die Lüge, du hast verdient dir eine Rüge,

so wie du gestern kamst nach Haus, sah´s nicht nach Wassertrinker aus.

 

Oh Julia, verzeih, ich weiss, Capulet trank Wein so weiß,

und schenkte mir ein Gläschen ein, soll´t Anflug von Versöhnung sein.

 

Oh Romeo, ich fass es nicht, Capulet ... er täuschte dich,

will Zwietracht säen in uns´re Herzen, sich weiden an des Weibes Schmerzen.

 

Oh Julia, jetzt wo du´s sagst, befällt der Kummer mich und Scham,

ich Einfaltspinsel hab´s vergessen, dass ich dir streu´ ins Herz nur Gram.

 

Oh Romeo, und nicht nur das, dein ewig surfen macht keinen Spaß,

du hockst vorm Schirm von früh bis spät, und meine Schönheit, sie vergeht.

 

Oh Julia, das ist nicht richtig, ist doch die inn´re Schönheit wichtig,

und die paar Falten im Gesicht, vergiss sie einfach ..., die stör´n mich nicht.

 

Oh Romeo, was ist nur los, wo bleibt die Liebe, die einst so groß,

Facebook, Twitter, Homepageseiten, ich nehm´ das Gift, will nicht mehr leiden.

 

Oh Julia, halt ein mein Weib, ich schalt´ schon aus den Zeitvertreib,

will mit dir wandern in Wald und Flur, dort setzen eine wahre Spur.

 

 

© Alfred Stadlmann 2011

 



Die Liebe im 21. Jahrhundert