50 - Wie die Jahre vergehn!

 

Von 0 - 10 ist´s Leben nur schön,

man lernt zu sprechen, lernt auch zu gehn,

wird liebend umsorgt, zum Teil verhätschelt,

und ab und zu auch sanft „getätschelt“.

 

Im Kindergarten lernt man dann malen,

singen, basteln, das Färben von Schalen.

Spielen mit Freunden findet man schön

und will erst im Dunkeln nach Hause gehn.

 

In der Schule folgen alsbald nackte Zahlen,

Schluss mit Lustig, keine Freud' mehr am Malen.

Lesen, Rechnen und Geometrien,

erste Gedanken: Wo führt denn das hin?

 

Von 10 - 20 wird das Leben noch härter,

so mancher Lehrer entpuppt sich als Wärter.

Ein Test jagt den nächsten, die Noten, na ja,

zuhause gibt´s Stunk, sogar oft über das Jahr.

 

Und dann kommt die Liebe, das Spiel der Hormone,

als ob da noch jemand im Körper drin wohne.

Der erste Sex, oft heiß und begehrt,

ist meistens ein Flop, die Erregung nicht wert.

 

Man stellt sich die Frage: Was wird jetzt gescheh´n?

Find ich meinen Partner? Wird mich einer sehn?

Manch einer sorgt sich: Könn´t sein ich werd ranzig!

Ich bin noch allein, und bald werd ich Zwanzig.

 

Von 20 - 30 wird´s Leben dann bunt,

kein Fest lässt man aus, mit dem Partner läuft´s rund.

Die Liebe macht schwindlig, der Sex ist grandios,

und kommt dann noch Nachwuchs, ist mächtig was los.

 

Drauf folgt dann viel Arbeit, die Freizeit wird knapp,

die Frau schafft im Haushalt, der Mann trinkt im Pub.

Es ist dies die Zeit, vergleichbar mit Wehen,

für manche sehr schmerzhaft, es gilt zu bestehen.

 

Doch ist´s auch die Zeit, in der man selbst reift,

das Leben als solches, schön langsam begreift.

Fasst man den Entschluss: Mir dir werd ich alt,

gibt das der Beziehung den nötigen Halt.

 

Von 40 - 50 wird´s Leben dann schwer,

oft kommen Gedanken: Ich schaff es nicht mehr.

Der Alltag ist mühsam, der Urlaub zu knapp,

der Wechsel meist lästig, man fühlt sich nur schlapp.

 

Die Kinder verlassen - nun flügge - das Nest,

urplötzliche Stille, das gibt uns den Rest.

Jetzt gilt es zu handeln, man schmiedet den Plan:

Hinaus in das Leben, ich schau mir was an!

 

Man wandert auf Berge, durchwimmt klare See´n,

macht Urlaub am Meer, findet Rom einfach schön,

man stampft mit dem Fuß auf, schreit raus seinen Kloß:

 

Hurra ich bin 50 - jetzt geht´s richtig los! 

 


Alfred Stadlmann 2010