Der klane Knedl

Gedicht zum 21sten Geburstag


 

Der Monat März ist beinah um, da klopft es an der Tür,

mach nur nicht auf, denke ich klug, da will wer was von dir.

„Mach auf“, schreit meine Ehefrau „und stell dich nicht so an,

´s ist unser kleiner Knedl, Geburtstag steht am Plan.“

Einundzwanzig Jahre, denk ich, wie rasch die Zeit vergeht,

doch im Lauf der Jahre, da hat sie was bewegt.

Ich drück sie und ich herz´ sie und lach´ ihr ins Gesicht:

„Das was ich dir jetzt sage, das glaubt man einfach nicht.

In jungen Jahren bliebst du kleben, an einer Eisenstange,

die Zunge war ganz schön lädiert, gespürt hast du das lange.

Und einmal warst du Schnecken sammeln, die ›nackten‹ pickten klass´,

nur Mama hatte keine Freude und schimpfte, weißt du das?

Vernarrt warst auch ins Fernsehkastl und in Starmania,

denn plötzlich kam aus Graz ein Anruf: ›Hallo, ich werd ein Star.‹

Die Unvernunft der jungen Jahre scheint Gott sei Dank vorbei,

manchmal war´s recht lustig, manchmal nur zum Schrei´n.

„Eins möchten wir dir sagen: Huach zua du klana Knedl,

egal was jemals kommen mag – bleibst immer unser Mädl.“

Jetzt lass uns feiern mit Radau, die Nachbarn wer´ns nicht fassen,

dass du schon ›21‹ bist, also hoch die Tassen!


Stadlmann Alfred 2011