"Du bist ja ein lustiger Kerl", sagten früher viele zu mir. Ja, ich war so etwas wie ein Entertainer, der die Leute zum Lachen brachte. Daran wollte ich in meinem Buch Mutterbrust wieder anknüpfen und überlegte, ein ironisches Mutterbuch zu schreiben. Im Laufe der Jahre änderte sich das Konzept mehrfach und das Manuskript durchlief viele Wandlungen.


Letztendlich kann man nicht alles in ein Buch packen. Auf der eine Seite tat mir das natürlich leid, auf der anderen Seite erntete ich von meinem Lektor ein kategorisches: "NEIN, du bläst die Geschichte unnötig auf!"

 

Und darum: Hier jene Muttertypen, die keinen Platz in der endgültigen Fassung fanden.

 

DIE VERANTWORTUNGSVOLLE MUTTER

 

Die verantwortungsvolle Mutter ist der guten Mutter nicht unähnlich. Auch sie ist um das Wohlergehen ihrer Kinder bemüht. Sie übernimmt aber etwas mehr Eigenverantwortung und hält nur in wichtigen Fragen (Taschengeld, Fernsehverbot, Hausarrest usw.) Rücksprache mit dem Ehemann und Erzeuger. Den eigentlichen Tagesablauf mit dem Nachwuchs bestreitet sie weitestgehend autonom. Sie ist sich ihrer Verantwortung jederzeit bewusst und stellt das auch unmissverständlich zur Schau. Mit ihr sind Kaufhausdiskussionen nur bedingt durchführbar. Sie ist wie viele andere Mütter auch vom rationellen Denken beeinflusst. Ist etwas für den täglichen Gebrauch sinnvoll: Hefte, Bleistifte, Füller, Turnschuhe, wird es gekauft; der Rest wird auf die diversen Feiertage, sprich Geburtstage und dergleichen verschoben. Eine verantwortungsvolle Mutter hat wie die gute Mutter, immer das Budget im Auge. Somit kommen Sonderwünsche der Kinder im Normalfall den Großeltern, Onkeln und Tanten zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zugute. Es ist dies gleichzeitig eine hervorragende Methode, den Kindern den Gedanken des Sparens näherzubringen und ihnen zu vermitteln, sich auf gewisse Dinge zu freuen, da nicht immer alles gleich zu haben ist – auch wenn sie es wollen. Bei Kindern einer verantwortungsvollen Mutter halten Spielsachen in der Regel länger und bleiben auch länger interessant. Sie ist eine Verfechterin der Wertigkeit und daher ist ihr der Gedanke des unnötigen Anhäufens von materiellen Dingen weitgehend fremd. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe von ihr ist es, auf die Einhaltung der Termine ihres Nachwuchses zu achten. Sei es nun das Fußballtraining, der Ballettunterricht oder der Auftritt im Gesangverein, eine verantwortungsbewusste Mutter wird danach trachten, pünktlich zu erscheinen und diese Tugend an ihr Kind weiterzugeben.

 

Vorteil: Die verantwortungsvolle Mutter plant meist etwas längerfristig.


DIE AUFMERKSAME MUTTER

Sie ist eine Mischung aus guter, verantwortungsvoller, ängstlicher, kreativer und sensibler Mutter. Manche Kinder lieben sie, andere wiederum hassen sie. Einerseits erspart sie ihnen eine Menge Ärger, da Mutter ja aufmerksam ist und ihren Sprössling vor etwaigen Gefahren fernzuhalten versucht, andererseits kann das auch ganz schön nerven, wenn einem immer jemand auf der Pelle hockt. Sie ist meist mit guten Ratschlägen zur Stelle und lässt nichts unversucht, ihr Kind auf die wichtigen Dinge des Lebens hinzuweisen. Manche Kinder wollen sich gerne selbst ein Bild von der Welt machen. Irgendwie steckt ja in jedem Erdenbürger ein kleiner Forscher. Mitunter kann es dann vorkommen, dass gut gemeinte Ratschläge von Mutter ignoriert und Selbstversuche aus Protest durchgeführt werden. Die Neugier, ob Erwachsene bei allem, was sie sagen, Recht haben, sollte man bei Kindern nie unterschätzen. Hierzu ein Beispiel:

 

Mutter: »Du darfst mit deiner Zunge nicht die Eisenstange berühren. Es ist Winter und du wirst festfrieren.«

Mädchen oder Junge: »Duu-haaascht-reeecht!«

 

Wenn einem als Kleinkind die gesteigerte Aufmerksamkeit der Mutter noch angenehm erscheint, kann sich das in der Pubertät rasch als Nachteil erweisen. Sollten Teenies vom Freund oder der Freundin besucht werden, um eigene Interessen zu entwickeln beziehungsweise um erste zarte Bande zu knüpfen, kann gesteigerte Aufmerksamkeit sehr unangenehm sein. Weist einen die aufmerksame Mutter in so einer Situation noch darauf hin, dass ein Kondom außergewöhnlich wichtig ist und schon manche frühzeitige Bindung verhindert hat, kommt das bei Jugendlichen nicht immer gut an. Sollte nun Töchterchen oder Sohnemann dieses gezogene und belehrende »Muuuutter« begleitet von grausam verdrehten Augäpfeln in den Raum stellen, kann jede aufmerksame Mutter zur sensiblen Mutter werden.

 

Vorteile: Sollte man auf ihre gut gemeinten Ratschläge hören, kann man sich Ärger ersparen. Durch ständige Belehrungen bekommt das Kind eine dickere Haut was sich im Berufsleben positiv auswirkt. Man ist in einer hervorragenden Position, wenn einen der Chef tagtäglich volllabert und man jedes Mal – weil man es als Kind ja auch so gemacht hat – monoton mit JA antwortet.

 

DIE ANTIAUTORITÄRE MUTTER

 

Wenn Ihnen ein Kind schon einmal ans Schienbein getreten und die dazugehörige Mutter nur milde gelächelt hat, wissen Sie, um was für einen Typ Mutter es sich handelt. Nicht dass man es generell als schlecht empfinden muss, wenn ein Kind die Möglichkeit bekommt, sich auf natürliche Weise zu entwickeln. Nein! Einen Vorteil haben nur jene, die nicht in der Nähe sind, sollte Junior etwas Neues im Quälen ihm unbekannter Menschen ausprobieren. Wobei Beschimpfungen das geringste Übel sind. Dieser Typ Mutter ist sehr diskussionsbezogen. Jede Entwicklung des Kindes wird ausgiebig diskutiert. Mit ihm selbst – auch wenn es das noch nicht versteht –, aber auch mit anderen, meist gequälten Betroffenen. Mutter hat diese Erziehungsform aus den 1960er Jahren übernommen. Es handelt sich dabei um eine möglichst zwangsfreie Methode der Kindererziehung, die, wie könnte es auch anders sein, Studenten eingefallen ist. Das Kind darf in jungen Jahren so ziemlich alles ausprobieren, um daraus zu lernen. Der tiefere Sinn, den Mutter damit verfolgt, ist, ihren Sprössling zu einer kreativen, selbstbewussten, gemeinschafts- und konfliktfähigen Persönlichkeit zu formen. Das ist an und für sich ein hehres Ziel und funktioniert auch großteils. Wenn Kinder der lautstarken Diskussionen mit Mutter erst einmal überdrüssig sind, werden sie oftmals aufgeschlossene Mitglieder der Gesellschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass manch antiautoritär erzogenes Kind Pädagoge oder Wissenschaftler wird. Erstere haben dabei erstaunlich gute Karten im Umgang mit Schülern, die es auf Konfrontation mit dem Lehrer anlegen.

 

Vorteile: Dieser Typ Mutter gibt sehr viele Informationen mit auf den Weg zum Erwachsenwerden. Sie ist meist eine fürsorgliche und gute Mutter und hat ihre eigenen Sichtweisen das Leben betreffend. Dabei ist sie sehr kreativ. Für Außenstehende, die eine konventionelle Erziehung verfolgen, ist oft nicht nachvollziehbar, dass Reden allein helfen soll. Vor allem jene, die die These vertreten, eine gesunde Ohrfeige hat noch keinem geschadet. Die Anfangsjahre, sind für eine antiautoritäre Mutter nicht immer leicht. Wenn möglich, sollte man ihr und ihren Kindern aus dem Weg gehen. Ansonsten kann es vorkommen, dass man mit einem Einkaufwagen niedergefahren wird oder an einem sonnigen Tag ein Eis am Rücken kleben hat.

 

DIE ÄNGSTLICHE MUTTER

 

Sie ist auch als arme, fürsorgliche Mutter im weitläufigen Sinn bekannt. Ständig muss sie sich über irgendetwas oder irgendjemanden Sorgen machen. Überall sieht sie Gefahren, die das Leben ihrer Kinder bedrohen. Kein Spielplatz ist ihr sicher genug. Ihre Kleinen dürfen die leuchtend bunten Spielgeräte meist nicht benutzen. Diese Unart von Mutter bringt Kinder zum Weinen, auch wenn Mutter das nicht beabsichtigt. Kinder werden in steril gereinigten Kinderwagen schnellen Schrittes durch Parkanlagen und an Spielplätzen vorbei geschoben, um sich ja nicht schmutzig zu machen oder zu infizieren. Aber auch, um nicht die lachenden Augen fröhlich spielender Artgenossen zu sehen. Auch wenn es sich liest, als wäre sie eine böse Mutter, ist sie das auf keinen Fall. Sie hat es sich nur zur Lebensaufgabe gemacht, jeden Keim, jede Bakterie, jeden Schmutz von ihren Kindern fernzuhalten. Solche Kinder erkennt man häufig in Arztpraxen. Sie sind diejenigen, denen ein erregtes Grinsen im Gesicht steht, wenn der Arzt eine Spritze vorbereitet. In ihrem Innersten baut sich dann eine gewisse Vorfreude auf, endlich etwas zu erleben, das nach Gefahr riecht. Oft entwickeln sich diese Kinder zu Extremsportlern, um aus ihrer heilen Welt auszubrechen und Außergewöhnliches zu erfahren. Nicht selten, um Mutter ihre an den Tag gelegte übertriebene Fürsorge heimzuzahlen. Eine ängstliche Mutter würde gut daran tun, mit einer aufmerksamen Mutter zu sprechen, um weniger radikale Sicherheitstipps zu erhalten. So könnte sie dem »Heimzahlen« entkommen. Die ängstliche Mutter ist nicht zu beneiden. Ihre ständige Sorge, wenn die Kinder flügge geworden mit dem eigenen Auto unterwegs sind, machen sie empfänglich für Krankheiten. Schlaflosigkeit und permanenter Leistungsdruck – habe ich alles richtig gemacht bei meiner Erziehung – tragen das Ihrige dazu bei.

 

Vorteile: Liegen zweifellos in dem extrem geminderten Verletzungsrisiko. Auch in Bezug auf die Ernährung bemüht sich dieser Typ Mutter, nur das Allerbeste und Nahrhafteste auf den Tisch zu bringen. Ob das jedes Kind als Vorteil ansieht, sei dahingestellt. Was aber viele als Nutzen sehen, ist der Besitz eines Handys, sobald sie laufen können. Mutter will ja ständig wissen, wo sich ihr Kind gerade befindet, sollte sie es einmal aus den Augen verloren haben oder das Kind über zwanzig sein.

 

DIE KREATIVE MUTTER

 

Malen, Basteln, Zeichnen und noch andere Künste befinden sich auf jeden Fall im Repertoire einer kreativen Mutter. Bei ihr wird einem Kind nie langweilig. Es ist immer was los. Sie ist außerdem keine Reinlichkeitsfanatikerin, da sie ja ihre Utensilien zur Gestaltung und Auslebung ihrer Kreativität permanent benötigt. Es fällt ihr immer etwas Neues ein und Spontaneität ist für sie kein Fremdwort. Ihr Schaffensdrang ist enorm und die Zeit dafür manchmal etwas knapp. Wobei wir bei den Nachteilen in dieser Beziehung wären. Ähnlich der prominenten Mutter ist sie viel außer Haus unterwegs. Ein Malseminar da, ein Töpferkurs dort, eine Vernissage hier, eine Lesung dort usw. …

Hier kommt nun eine völlig neue Form von Mutter ins Spiel: eine Untermutter – die sogenannte Vatermutter! Meist sind es in diesen Beziehungen die Männer, die sich unter fachgerechter Anleitung der kreativen Mutter um die Erziehung des Nachwuchses kümmern. Viele Kinder sehen aber der Tatsache, dass ihre Mutter ab und zu einen Bart hat, gelassen ins Auge. Es ist überwiegend das Kumpelhafte, das sie binnen kurzer Zeit zu einem Team zusammenschweißt. Dass Vatermutter nicht alles hundertprozentig im Griff hat und daher ab und an improvisieren muss, finden Kinder sehr lustig. Der Unterhaltungswert ist dabei enorm. Vatermutter setzt in dieser Zeit stark auf Teamwork. Wenn das Team an einem Strang zieht, wird Vatermutter die Arbeit erleichtert und sie wird auch nicht verpetzt. Sie gehört fortan zur häuslichen Gemeinschaft und ist integriert. Was manche Vatermutter im Laufe der Jahre ziemlich gut bewerkstelligt, ist, dass sie die Abläufe und Geheimnisse eines Haushalts perfekt umsetzt und die leibliche, also die kreative Mutter dementsprechend gut ersetzt. Aber da hier von einem Muttertyp die Rede ist, der kreativ und spontan ist, kommt sie mit dieser Herausforderung klar.

 

Vorteile: Dadurch, dass der kreativen Mutter durch Vatermutter die unnötige Hausarbeit abgenommen wird, hat sie viel Zeit, um ihren Kindern Kreatives beizubringen. Und was gibt es für Kinder Schöneres, als ihre Hände in Farbtöpfe zu tauchen und einen Raum mit verschiedenfarbigen Handabdrücken zu signieren. Ob Vatermutter mit einer derartig kreativen Sauerei eine Freude haben wird, bleibt abzuwarten.

 

DIE COMPUTERMUTTER

 

Sie ist eine weitverbreitete Mutter der Neuzeit, die Mutter der Technologie, die Mutter des Internets, die alles weiß – aus dem World Wide Web. Aufgrund dieses unermesslichen Wissens, das nur ein paar Mausklicks entfernt darauf wartet, abgerufen zu werden, kann sie sich in den meisten Situationen selbst helfen. Bei Krankheiten ihres Kindes ist sie kompetent und benötigt fast nie einen Arzt. Kein Virus, und ist er noch so hartnäckig, ist ihr fremd. Seit es Onlineapotheken gibt und fahrende Kurierdienste, die einer Computer-Mutter bringen, was sie täglich braucht, hat sie mehr Zeit für Kind und Computer. Am Puls der Zeit lebend, holt die Computer-Mutter die leckersten Rezepte aus dem Internet. Leider verzögert sich dabei meist das Kochen selbst, da sie bei der Suche nach dem besten Kochrezept auf so viele andere Seiten verlinkt wird und es dann dauern kann, bis sie wieder zurückfindet. Für Kinder mittleren Alters ist sie die Traum-Mutter. Sie kennt sich aus mit Computerspielen. Ego-Shooter, Virtuell Reality, Online Games sind für sie ganz normale Begriffe und Spielen mit ihr eine wahre Freude; vorausgesetzt, sie lässt einen. Spielekonsolen sind für sie keine Radiogeräte ohne Senderanzeige. Und sie weiß auch, dass eine externe Festplatte nicht ein feudales Essen außer Haus bedeutet. In einem Punkt ist die Computer-Mutter jedoch äußerst resolut. Die Zeit, die ihr Kind am Computer verbringt und was dabei gemacht werden darf, wird peinlichst genau von ihr festgelegt. Sonst könnte es ja passieren, dass sich das Kind in den Tiefen der Onlinewelten verirrt. Es dort wiederzufinden, würde für die Computer-Mutter eine außergewöhnliche psychische Belastung darstellen. Und ihre Psyche ist aufgrund der vielen Eindrücke aus den diversen Onlinewelten ja schon reichlich strapaziert. Und wenn dauernd ihr Kind, vielleicht noch zusammen mit einem Nachbarskind, vor dem Computer sitzen würde, käme sie ja selber nicht mehr zur Fortbildung. Also, Kinder werden bei ihr viel lernen, aber alles zu IHRER Zeit.

 

Vorteile: Sie ist immer da, da sie von zu Hause aus arbeitet und somit Beruf und Hobby miteinander kombiniert. So hat sie immer Zeit für diverse Fragen ihrer Kinder zur realen Welt. Ob sie diese, ohne vorher zu googeln beantworten kann, hängt wiederum sehr stark davon ab, was bei ihr an Wissen aus ihrer Jugendzeit hängengeblieben ist. Der Tagesablauf ist geplant und verläuft meist ohne große Hektik. Man lernt sehr rasch, was Wertigkeit bedeutet und zieht vielleicht später einmal daraus einen Nutzen.


DIE BIO-MUTTER

 

Eine Spezies, die sich der gesunden Ernährung ihres Kindes verschrieben hat. Gleichzeitig will sie ihm dabei den Umweltgedanken näher bringen. Produkte aus biologischem Anbau sollen für Nachhaltigkeit sorgen und unnütze Ausbeutung von Mutter Erde verhindern. In Zeiten von Woodstock noch häufiger anzutreffen, sieht man in diesen Tagen immer weniger von ihnen. Wird vermutlich am rigorosen Vorgehen der Behörden gegen LSD und sonstige Fröhlichmacher liegen. Aufgrund ihrer anstrengenden Tätigkeit – sie strickt und häkelt die Kleidung ja selbst – hat diese Mutter meist nur ein oder zwei Kinder. Vermutlich aber auch, um nicht die Umwelt über Gebühr zu belasten. Spannend ist es auf jeden Fall bei einer Bio-Mutter zur Welt zu kommen, da man sofort sein neues Zuhause kennenlernt. Heimgeburten sind in diesen Tagen eher selten der Fall und nur von diesem Typus auch gewollt. Vom Wesen her vereint sie meist: die gute, die verantwortungsvolle, die aufmerksame, die dünne, die antiautoritäre und die sportliche Mutter in sich. Dies sind natürlich alles sehr tugendhafte Werte und für Kind und Umwelt gut. Aufpassen muss man als Teenager, dass man die Bio-Mutter nicht aufgrund übermäßiger Neugierde enttäuscht. Sollte man nämlich die von ihr erhaltene Warnung in den Wind schlagen und sich bei Mc Dagobert den Bauch vollschlagen, kann auch aus der Bio-Mutter sehr schnell eine böse Mutter werden. Vorausgesetzt natürlich, man lässt sich erwischen. Ansonsten ist sie eher der gemütliche, der kumpelhafte Typ, von dem man sehr viel über die Natur und ihre Zusammenhänge lernen kann. Sie wird in Insiderkreisen auch als ÖKO-Mutter bezeichnet. Für sie ist es kein Problem, ein leckeres Pilzgericht auf den Tisch zu zaubern und die appetitlichen Beeren des Waldes für einen Nachtisch zu nützen. Energiesparmaßnahmen lernt man bei ihr auf spielerische Art und Weise. (Wer nicht im Bett ist, wenn die letzte Kerze heruntergebrannt ist, erledigt am nächsten Tag den Abwasch.) Biologie in der Schule ist für Kinder einer Bio-Mutter keine Herausforderung, sondern Spaß.

 

Aufgrund dieser Tatsachen kann es  sein, dass man als Kind einer Bio-Mutter in der Zukunft einen nicht unerheblichen Vorteil hat: Wer es nämlich versteht, die Ressourcen der Natur für seine Zwecke zu nutzen, ohne selbige dabei zu zerstören, wird auf der Erfolgsleiter seiner Generation weit nach oben klettern.

 

DIE DICKE MUTTER

 

Auch genannt die essfreudige oder gut kochende Mutter. Sie ist ein Mittelding aus der guten und der verantwortungsvollen Mutter. Bei ihr geht es mehr um die inneren als um die äußeren Werte im Leben ihrer Kinder. So wird auch die Erziehung angelegt. Neben einer gut fundierten Ausbildung darf das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Sie hält absolut nichts von dem Spruch: „Ein voller Bauch studiert nicht gern.“ Zur Not kann das Kind nach dem Essen ein wenig ruhen, bis der Bauch nicht mehr so voll ist. Für sie hat ein gut gefüllter Kühlschrank eine beruhigende Wirkung. Sie strahlt meist eine stoische Ruhe und ansteckende Gemütlichkeit aus. Jede Hektik ist ihr fremd und auch nicht erwünscht. Wenn es etwas gibt, was ihr nicht behagt, sind das dumme Sprüche von dünnen Kindern und deren Eltern über die Leibesfülle ihrer Sprösslinge. Rund und g´sund ist für sie allemal wichtiger als dünn und krank. Das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Man kann sich ihre Lebensphilosophie nur schwer aneignen. Normalgewichtige sind in der Regel bestrebt, ihre Form und ihr Gewicht zu halten. Oft verstehen sie deshalb nicht den glücklichen, zufriedenen Gesichtsausdruck von dickeren Menschen. Die dicke Mutter hingegen hat keinen Stress mit ihrem Gewicht und daher Zeit und Muße für zusätzliche Dinge des Lebens – wichtigere Dinge. Nämlich ihren Kinder zu erklären, zu dem zu stehen, was ihnen wichtig ist und wer sie sind, und nicht auf die oftmals beleidigenden Sprüche anderer Kinder zu hören.

 

Der Vorteil in diesem Typ Mutter-Kind-Beziehung ist klar ersichtlich: Keines ihrer Kinder wird jemals Hunger leiden. Ihr Kühlschrank wird jederzeit gut gefüllt sein. Hektik und Stress wird kein Zutritt in ihr trautes Heim gewährt. Diätwahn und Bulimie sind zwei Worte, die in ihrem Vokabular unbekannt sind. Somit wird dieses Heim zu einer Oase der Kalorien und des Friedens.

 

DIE DÜNNE MUTTER

 

Sie ist  natürlich das komplette Gegenteil zur dicken Mutter. Bei ihr lernen die Kinder schon von klein auf, was Stress bedeutet. Sie ist immer in Bewegung, immer gibt es was zu tun. Ein sehr beliebter Satz einer dünnen Mutter ist: „Keine Zeit – Esse später etwas.“ Auch was Kinder dieser Mutter auf ihren Tellern so vorfinden, spottet mengenmäßig jeder Beschreibung. Der Vorteil dabei ist, es ist sehr schnell wieder sauber gemacht. Die Knäckebrotfraktion ist auch im Umgang mit ihren Kindern mehr auf der hektischen Seite zu finden. Das mag beim Fangenspielen weniger ein Nachteil sein als beim Mikado. Jedoch auf Dauer kann es für Jugendliche ziemlich nervtötend sein, immer nur herumgejagt zu werden. Auch der meist verstohlene Blick über die Schulter der Tochter, wenn sie am Morgen im Badezimmer auf die Waage steigt, ist einer gesunden Mutter-Tochter-Beziehung nicht immer förderlich. Außer beide sind mit dem angezeigten Wert zufrieden. Ansonsten kommt es meist zu nicht enden wollenden Diskussionen über Sinn und Unsinn einer Diät, die dann meist in einen Streit ausarten. Hier könnte man nun folgenden sehr weisen Spruch einbringen: „Z´wenig und Z´vü is in Noarn sei Zü.“ Was übersetzt so zu interpretieren ist: „Zuwenig und zu viel ist der Narren Ziel.“ Womit man als Schlusssatz zu diesem Typ nur mehr sagen kann: „Es gleicht einer Torheit, gegen jede Kalorie in den Kampf zu ziehen. Es gilt nicht unbedingt als Schönheitsideal, wenn man im Freibad mit klappernden Knochen über die Wiese stolziert und keinen Schatten mehr wirft.“

 

Der Vorteil in dieser Mutter-Kind-Beziehung liegt wohl im geringeren Herzinfarktrisiko auf Grund einer Herzverfettung. Jedoch sind erwiesenermaßen auch schon Menschen an Hunger und Stress verstorben.

 

DIE SPORTLICHE MUTTER

 

Es ist ein schmaler Grat zwischen gut und böse, könnte man hier zum Beispiel beginnen. Ein wenig Sport ist gut, zu viel kann sehr böse enden, um noch mal vorhergehendes Narrenzitat zu bemühen. Meist jedoch ist eine sportliche Mutter eine gute Mutter. Sport stärkt den Geist und schärft die Sinne. So weiß die sportliche Mutter im Normalfall auch, wieviel Sport sie ihrem Kind zumuten kann. Ernährung und Bewegung bilden für sie eine Symbiose. Schon von Kindesbeinen an wird dieses Dogma an den Sprössling weitergegeben. Nicht immer zur Freude des Kindes. Fisch und Spinat sind nicht jedes Kindes Leibspeisen. Hier greift die sportliche Mutter zu einem alten aber immer wieder funktionierenden Trick. Mit dem Abspielen alter Popey-der-Seemann-Filme lässt sich der eine oder andere Essensverweigerer motivieren. Auch diverse selbst kreierte Sportdrinks finden bei Jugendlichen nicht immer ihre Zustimmung. Da die sportliche Mutter ihrem Motto „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ sehr zugetan ist, setzt sie meist ihren Willen durch. Neben einem gestählten Körper ist es eben auch dieses Durchsetzungsvermögen, das Kinder bei ihr lernen können. Obwohl – Durchsetzungsvermögen erlernt man auch bei anderen Muttertypen.

Die sportliche Mutter ist ein sehr praktischer und meist auch handwerklich geschickter Typ. Dies sind positive Attribute, die sie gerne an ihren Nachwuchs weitergibt. Als Kind soll man ja in der Lage sein, einen Fahrradschlauch wechseln zu können, wenn man allein unterwegs ist. Weiter ist es ein Leichtes, Ausdauer und Disziplin bei ihr zu erlernen. Gegen sich selbst und gegen so manche süße Versuchung. Es fällt jungen Menschen nicht leicht, diese Charaktereigenschaften umzusetzen, aber sind sie erst einmal verinnerlicht, werden sie es leichter und Süßwarengeschäfte schwerer haben, ihre Ziele zu erreichen. Das ist das Credo, das die sportliche Mutter ihren Kindern mitgeben wird auf deren Weg in eine sportliche, gesunde Zukunft.

 

Der Vorteil: Dieser Typ Mutter wird sehr auf die Fitness ihrer Sprösslinge achten. Dass man bei ihr gut schläft, ist ein positiver Nebenaspekt des täglichen Trainings. Sollte man sich in späteren Jahren in der Welt des Sports einen Namen machen, ist es auf den Ehrgeiz und die Weitsicht der sportlichen Mutter zurückzuführen. Erwähnung findet sie allerdings sehr selten.

 

DIE WORKAHOLIC-MUTTER

 

Dieser Typ Mutter hat aus Zeitgründen eher selten Kinder, aber die, die welche haben, vernachlässigen sie regelmäßig. Ähnlich der prominenten Mutter kümmert sich dann eine Nanny oder die Großmutter um das Wohlergehen des Nachwuchses. Die rare Zeit, die die eigentliche Mutter mit ihrem Kind verbringt, wird meist intensiv genutzt. Spiel, Spaß, Lernen und die Erziehung wird klar strukturiert nach einem Zeitschema abgearbeitet. Viele Kinder verzweifeln in jungen Jahren an diesem Drill. Diejenigen, die ihn überstehen, sieht man meist Jahre später im Management mittlerer und großer Firmen sitzen. Sie leben meist, ihre Mutter als Vorbild an Disziplin und Willensstärke bewundernd, die gleichen Fehler weiter. Wobei hier sofort gesagt werden muss, dass Disziplin und Willensstärke im Allgemeinen keine Fehler sind, aber Workaholic-Mütter neigen dazu, es damit zu übertreiben. Meist kommt dann im mittleren Alter auf dem Höhepunkt ihrer Karriere der Nervenzusammenbruch. Im Zuge dieser Krise wird dann versucht, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten und zu klären, was man bei der Erziehung der Kinder alles falsch gemacht hat. Da diese aber bereits ihr eigenes Leben – in irgendeinem Konzern dieser Welt – führen und für die im Moment so gepeinigte Mutter keine Zeit erübrigen können, bleibt die Frage aller Fragen unbeantwortet. Aber schlechter noch als die Workaholic-Mutter wäre eine Alkoholic-Mutter. Auch daran sollte man einmal denken.

 

Abgesehen von den Karrierechancen und dem klar strukturierten Tagesablauf sehe ich in diesem Typ Mutter nicht viele Vorteile: Eventuell vielleicht noch, dass diese Kinder sehr viel mit ihrer Großmutter zusammen sind und sich so gesehen wieder vieles relativiert.

 

DIE EHRWÜRDIGE MUTTER

 

Die ehrwürdige Mutter ist auch gemeinhin als die Mutter mit den meisten Kindern bekannt. Bildlich gesprochen natürlich. Selbst hat sie keine, kennen lernt sie viele. Die ehrwürdige Mutter ist meist in einem Kloster oder Kinderheim anzutreffen. In dieser Sammelstelle für nicht gewollte oder durch tragische Umstände gestrandete Kinder spendet sie mit ihrer Barmherzigkeit eine wohlige Wärme, sodass es für die Leidgeprüften einigermaßen erträglich wird. Die ehrwürdige Mutter vereint viele Muttertypen in sich, darum ist es auch sehr schwer, eine ehrwürdige Mutter zu werden und noch schwerer sie zu beschreiben. Jahre der Keuschheit und des Verzichts begleiten sie auf ihrem Weg – den manche Kinder, aber auch Erwachsene nicht verstehen – zu diesem ehrenvollen Amt. In diversen Kinderhorten bekleidet sie meist das Amt der Obermutter, der einige Untermütter, auch Schwestern genannt, hilfreich zur Seite stehen. (Sehr verwirrend). Im Verbund wird gekocht, geputzt, gelernt, gespielt usw., wie in einer richtigen Familie. Es geht oftmals sehr lustig zu. Nur dass die Kinder, die aus eingangs schon erwähnten, meist traurigen Gründen hier sind, das nicht immer so empfinden. Die ehrwürdige Mutter versucht dann meist mit einer Geschichte aus der Bibel, diese traurigen Kinder etwas aufzuheitern. Kommt es zu so einer Lesung, gibt es viele Kinder, die an Flucht denken oder sich eine Computer-Mutter wünschen.

 

Der Vorteil: Falls es hier überhaupt einen Vorteil gibt, liegt er womöglich in der Liebe und der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die diese Kinder im Laufe ihres Lebens erfahren. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass Mädchen später den Weg einer ehrwürdigen Mutter gehen wollen. In Anbetracht der Fürsorge, die sie durch sie erfahren, liegt ihr Bestreben darin, etwas davon zurückzugeben. Manche Kinder haben  das große Glück, von einer der hier beschriebenen Typen von Mutter auserkoren und aus der Sammelstelle abgeholt zu werden. Ob die Integration in ein neues, glückliches Familienleben funktioniert, hängt wieder von der Mutter ab, die an der Pforte steht und den Strang für die Glocke zieht.

 

DIE PROMINENTE MUTTER

 

Hierbei handelt es sich um einen etwas gefährlicheren Typ Mutter. Sie wirft einen extrem langen Schatten, in dem es mitunter sehr dunkel und kalt werden kann. Auch bei dieser Art von Mutter kann es vorkommen, dass die Luft für Kinder sehr dünn wird, da die meiste Luft Mutter ja selbst benötigt, um vor der Presse die richtigen Worte zu finden. Ein weiteres Manko in solch einer Mutter-Kind-Beziehung ist, dass es wenig Kuschelkontakt gibt. Dieser Typ Mutter tritt meist sehr dominant auf.

Als Beispiel sollte hier die Managermutter dienen: Wenn sie gebraucht wird, ist sie meist unterwegs und hält die Verbindung zu ihren Kindern per Handy aufrecht. Was ihr auch schon die Bezeichnung Digital-Mutter einbrachte. Solche Kinder sind ständig der Gefahr eines Nannykomplexes ausgesetzt und leben an der Grenze zu einer Scheinwelt. Da bei einer prominenten Mutter meist die Nanny das sagen im Haushalt hat, kommt es nicht selten vor, dass es zu einer engen Bindung mit ihr kommt. Vereinzelt ist es schon vorgekommen, dass ein Kind die wirkliche Mutter ab und an sogar verleugnet hat. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Beziehungsverweigerung kommen und der Kommunikationsfluss zur leiblichen Mutter eingestellt werden. Hieraus wird wiederum ersichtlich, wie wichtig eine Mutter-Kind-Beziehung ist, und keine Nanny dieser Welt – sei sie auch noch so toll – wird etwas daran ändern.

 

Der Vorteil: Sie wird mit großzügigen Geschenken und Geburtstags-Partys, auf denen geklotzt wird statt gekleckert, die Augen ihrer Kinder zum Leuchten bringen. Nicht selten kommt in dieser Interaktion im Teenageralter eine so genannte „gekaufte Beziehung“ zustande. Je größer der Wagen, desto größer die Liebe zu Mutter. Ausnahmen bestätigen die Regel. Durch den Bekanntheitsgrad von Mutter ist anzunehmen, dass ihre Kinder dadurch einen Karrierevorteil haben. Denn auch in einer prominenten Mutter steckt tief in ihrem Innersten eine gute und eine verantwortungsbewusste Mutter, die für ihr Kind nur das Beste möchte.

 

DIE RABENMUTTER

 

Eine eher seltene, aber doch vorhandener Typ Mutter. Bei dieser Mutter handelt es sich um den sogenannten „Leck mich am A…“-Typ. Ihr sind ihre Kinder egal – sie sind einfach da, was soll sie machen. Nach dem Akt der Schöpfung, der sie vermutlich sehr erschöpft und nicht sonderlich befriedigt hat, wollte sie eigentlich ihre Ruhe. Doch dann kam es anders als sie dachte und zwar in Form eines Kindes. Was anfangs im Freundeskreis noch provozierend zur Schau gestellt wird, wird schnell uninteressant und lästig. Man kennt dieses Verhalten auch als Goldhamster-Beziehungen.

 

Als Kind dieser Mutter gibt es wohl nur einen Vorteil, wenn man auf exzessive und laute Partys zu nachtschlafender Zeit steht: Man kann schon in frühester Jugend dem blauen Dunst frönen und nicht selten – da Mutter wenig Sinn für Ordnung am Morgen danach hat – das eine oder andere Schlückchen Alkohol probieren. „Alkohol am Morgen vertreibt ja bekanntlich Kummer und Sorgen!“ Und den hat man mit ihr sicher und zwar nicht zu knapp. Von sauberer Wäsche und geregelten Mahlzeiten mal abgesehen ist sie auch sonst nur selten in einem Zustand anzutreffen, der eine halbwegs vernünftige Konversation zulässt. Dieser Typ Mutter ist in hohem Maß egoistisch veranlagt und nur auf den eigenen Spaß im Leben ausgerichtet. Ein weiterer Vorteil, sollte es einer sein in so einer Mutter-Kind-Beziehung, ist: Man wird als Kind extrem schnell selbstständig und lernt sich in jeder Situation des Lebens durchzuschlagen. Man hat viele Freunde und Helfer, die immer zur Stelle sind, sollte es mal Probleme geben – meist haben sie blaue Lichter an ihren Wagen.

 

DIE RADMUTTER

 

Zu guter Letzt eine äußerst wichtige, wenn auch etwas unterschätzte Mutter. Ja, sie ist, dass kann man ohne Übertreibung sagen, lebenswichtig und hält die Dinge am Laufen. Ohne sie würde die Welt wohl stillstehen. Warum der wichtigste Muttertyp ein so unscheinbares Dasein auf Erden führt? Keine Ahnung, aber die meisten Muttertypen haben die Aufgabe, für die Zufriedenheit ihrer Kinder zu sorgen und das Tag für Tag. Ohne die verschiedensten Muttertypen gäbe es keine Vielfalt auf der Welt und wie wichtig das ist, kann jeder, der schon einmal drei Stunden auf eine graue Mauer gestarrt hat, für sich selbst entscheiden. Tag für Tag drehen Mütter an den Rädern, sei es im Haushalt oder im Beruf, die Bewegung und Fortschritt im Leben bedeuten. Tag für Tag fahren sie ihre Kinder zur Schule, zum Arzt, zur Arbeit, zum Spielen, in den Urlaub usw. … Tag für Tag fahren sie zum Einkaufen, um die Mägen ihrer Liebsten satt zu bekommen. Viele Mütter fahren neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter zur Arbeit, um ihren Kindern (ab und zu auch dem Ehemann) ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Das sollten wir nicht vergessen.

Immer und überall ist Mutter darauf bedacht, ihr Leben dem Wohl der Gemeinschaft zu opfern und es hinzugeben, damit es ihren Lieben an nichts mangelt. (Bei einigen Muttertypen ist das nicht ganz so krass.) Über all die aufopfernden Tätigkeiten der vielen verschiedenen Muttertypen wacht die eine MUTTER (Meist sind es auch vier an einer Felge) – die RADMUTTER. Sie gibt Mutter Sicherheit, auf ihrem Weg, den sie mit ihrem Fahrzeug Tag für Tag zurücklegt.

 

Wie aus dieser Verbindung – Mutter und Radmutter – ersichtlich, ergänzen sich die verschiedenen Typen von Mutter und sind sich in manchen Lebenssituationen mit ihren Erfahrungen behilflich. Es ist daher nicht verwunderlich, dass manche Mutter bei dem, was sie Tag für Tag vollbringt, etwas übermenschlich wirkt. Womit wir wieder bei der Urmutter, nämlich Gott-Mutter, angekommen wären. Erst die Summe der einzelnen Erfahrungen, teils durch Überlieferung, teils durch Weiterbildung aus Magazinen, teils durch Gespräche mit den verschiedenen Typen von Mutter, ergibt in ihrer Gesamtheit die vollkommene Mutter. Am Anfang strebt jeder Typ Mutter Vollkommenheit an. Im Laufe der Jahre, gepeinigt durch widrige Umstände, Tage, in denen nichts gelingt und sogar das Essen zum Vergessen ist, verzichtet so mancher Typ Mutter auf Vollkommenheit und begnügt sich damit, einfach den Ihren zu dienen – zum Wohle der Familie. Nur den Besten der Besten gelingt es, ihr anfangs ins Auge gefasste Ziel, die Vollkommenheit, zu erreichen.