Burnout - Syndrom

Burn-out kann jeden treffen!


 

Es kann alle treffen – von Schülern, Lehrer und Verkäufer bis hin zu Arbeitslosen und Rentnern sind Krankheitsfälle bekannt. Besonders häufig treten Fälle von Burnout auch im Sozialbereich auf. Der ausbeuterische Umgang mit dem „Material Mensch“ treibt viele Berufstätige in eine emotionale Sackgasse. Die ständige Erreichbarkeit und Mehraufwand am Arbeitsplatz forderten in den letzten Jahren ihren Tribut. Sensible Menschen mit sozialer Ader verbrennen sich und ihre Ideale, im täglichen Kampf, das Beste zu geben.

 

Ein altes Sprichwort lautet: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.

 

Meist merkt es der Burn-out-geschädigte als Letzter, dass etwas nicht stimmt. Sehr wohl nimmt er die Symptomatik (Müdigkeit, Schmerzen, Niedergeschlagenheit) wahr, doch fehlt meist schon die Kraft zum Gegensteuern. Ein Prozess, der Menschen an den Rand unserer Leistungsgesellschaft stellt, bekommt eine vernichtende Eigendynamik.

 

Quelle: www.wikipedia.de


  • man arbeitet nahezu pausenlos
    • verzichtet auf Erholungs- oder Entspannungsphasen
    • fühlt sich unentbehrlich und vollkommen
    • um das darzustellen, entwerten Betroffene häufig andere Teammitglieder
    • und machen sich so bei Kollegen unbeliebt
  • der Beruf wird zum hauptsächlichen Lebensinhalt
  • Hyperaktivität
  • Nichtbeachten eigener Bedürfnisse
  • Verdrängen von Misserfolgen
  • Beschränkung sozialer Kontakte auf einen Bereich, zum Beispiel die Kunden, Partnervernachlässigung
  • Erschöpfung
  • chronische Müdigkeit
  • Suche von Ablenkung und Trost in Alkohol, Tabak, Internet- und Computeraktivitäten, vielem Essen oder häufigerem Sex
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Drehschwindel
  • Angstzustände, Depressionen

 

Ursachen:

Die Ursachen für Burnout lassen sich v.a. im persönlichen, im sozial-, und organisationspsychologischen und im gesellschaftlichen Bereich finden. Bei all diesen genannten Feldern spielt insbesondere der Rollenkonflikt zwischen Wunschbild und Realität eine große Bedeutung. Ist die Diskrepanz zu groß, steigt die emotionale Enttäuschung stark. Eben diese Enttäuschung stellt die Grundlage der Krankheit dar.

 

Persönliche Ursachen:

Der Belastung des Menschen durch seine Umwelt steht seine persönliche Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegenüber. Folgende persönliche Aspekte vermindern diese persönliche Belastbarkeit und begünstigen den Burnout:

Neurotizismus: Eigenschaften wie Ängstlichkeit, mangelnde Selbstachtung, Neigung zu Irritationen, Sorgen und Depressionen, Neigung zu Zwanghaftigkeit, Schuldanfälligkeit und ein labiles Selbstwertgefühl sind bei Ausbrennern auffällig.

Perfektionsstreben: Ausbrenner setzten sich oft zu hohe Ziele und haben Probleme, Kompromisse einzugehen. Das wirkt sich nachhaltig auf ihre Handlungsplanung und -bewertung aus.

Helfersyndrom: Es wird versucht, Versagenserlebnisse und versagte Zuwendung in der Kindheit nun durch die eigene soziale Tätigkeit zu kompensieren. Der Helfer gibt die Zuwendung, die er empfangen möchte. Personen mit dem Helfersyndrom versuchen, ihr labiles Selbstwertgefühl durch die Aufopferung an eine große Aufgabe und die damit verbundene Dankbarkeit vieler Hilfsempfänger zu stabilisieren.

krankhafter Ehrgeiz: Menschen deren Selbstwertgefühl größtenteils auf ihren beruflichen Leistungen beruht, zeigen eine häufig krankhafte Sucht nach Erfolg. Diese wird meist durch die elterliche Erziehung geprägt, nämlich genau dann, wenn die Zuneigung und Liebe direkt von den vorgezeigten Erfolgen der Kinder abhängt.

besondere persönliche Defizite: Eine schlechte Ausbildung, die Misserfolge provoziert und die Unfähigkeit, anderen Grenzen zu setzen, können den Burnout begünstigen.

ADHS-Betroffene sind generell einer erhöhten Burnoutgefahr ausgesetzt.

 

Abschließend möchte ich noch anfügen: Burnout ist eine Krankheit unserer Wohlstandsgesellschaft und somit Hausgemacht.

 

Ein zu Tode optimieren bestehender Strukturen, die Gier noch immer mehr Profit (am schnellsten möglich durch rapiden Personalabbau) und die teils fehlende Menschlichkeit im Umgang mit dem Personal, sind nur drei Beispiele die Menschen den Glauben an eine bessere Zukunft nehmen. Während Reich immer Reicher und Arm immer Ärmer wird, befindet sich der Mittelstand in einer Glaubenskrise. Nur die wenigsten glauben noch daran, mit ihrem Einsatz, denn sie jahrelang zuverlässig Tag für Tag erbringen, das Steuer herumreißen zu können. Zuviel wird von „OBEN“ dagegengewerkt, zu oft der Mitarbeiter infrage gestellt. Lob ist zu einem Luxusartikel geworden, während Tadel manchem sehr leicht über die Lippen kommt.

 

Die Zeichen stehen auf Sturm, wie ich in vielen Gesprächen der letzten Zeit erfahren konnte.

 


Alles wird zu Tode optimiert