Nachdem ich meine zweite Einsendeaufgabe  im Autorencampus gepostet habe, sind schon einige Rückmeldungen eingetroffen. Und das finde ich toll. Jemanden Honig um´s Maul schmieren und insgeheim denken – so ein Versager – ist beim Lernen nicht zielführend. Pöbelei und Spott auch nicht. Am meisten lernt man aus konstruktiver Kritik, denn kein Mensch ist vollkommen und wird es nie sein. Deshalb habe ich mich für „Die große Schule des Schreibens“ entschieden und bin bis jetzt nicht enttäuscht worden. Ich werde sicher noch viel Kritik einstecken müssen, so lange sie konstruktiv bleibt, werde ich daraus lernen. Sollte sie das nicht sein ... vergesse ich sie einfach.

 

Nachfolgend zwei Reaktionen aus dem Forum des Autorencampus zu meiner Geschichte: Der vermeintliche Apfelklau ... jetzt: Der Diebstahl.


Hallo Alfred

 

Vielen Dank für deine frische Lausbubengeschichte. Tut richtig gut nach einem anstrengenden Arbeitstag! Ich habe eigentlich nur lobende Worte. Schon nach wenigen Zeilen war mir klar, dass du kein Anfänger bist, aber dass du schon ein Buch geschrieben hast - alle Achtung!

 

Zwei Kleinigkeiten sind mir dennoch aufgefallen:

 

    Alfred Stadlmann hat geschrieben: Mit einem Gefühl böser Vorahnung fragte er:

 

Dieser Satz scheint mir etwas überladen, ich glaube, ohne das "Gefühl" kommt es besser, etwa

Mit einer bösen Vorahnung fragte er

 

Und dann der Titel

 

    Alfred Stadlmann hat geschrieben: Der vermeintliche Apfelklau.

 

Mit dem "vermeintlich" kündigst du schon an, dass es kein wirklicher Apfelklau ist und schwächst damit die Pointe ab. Ich bin sicher, du findest noch einen besseren Titel!

 

Das ist auch schon alles.

 

Viele Grüße


Hallo Alfred,

 

ich muss gestehen, auch ich habe sie zweimal gelesen, mit genügend Abstand dazwischen, aber mir ist sie zu oberflächlich. Die Figuren entstehen nicht vor meinem Auge, ich werde nicht hineingezogen in die Geschichte. Es gibt viele Details, die nicht notwendig sind, um die Geschichte voranzutreiben.

 

z.B. hier:

 

    „Hast du schon mal gestohlen?“ Abrupt endete das Quietschen der Kinderschaukel. Eine pechschwarze Wolke schob sich drohend vor die Sonne und verdunkelte den gepflegten Vorgarten der Familie Meisterl. Ein bremsender Turnschuh wirbelte eine feine Staubfahne hoch.

    „Bist du verrückt? Das darf man nicht!“ Jakob Grüners tiefblaue Augen blickten mahnend auf seinen siebenjährigen besten Freund. Marko Meisterl saß scheinbar gelangweilt in der gepflegten Wiese vor seinem Elternhaus in Weitersbach, einem kleinen Dorf in der Steiermark. Wie immer trug er seine Schirmmütze verkehrt und ein weizenblondes Haarbüschel lugte keck darunter hervor. Seine mandelbraunen Augen, eben noch auf den Holzstab gerichtet, an dem er eifrig schnitzte, richteten sich jetzt tadelnd auf Jakob.

 

Bsp. anders:

"Hast Du schon mal gestohlen?" Abrupt endete das Quietschen der Schaukel. Eine schwarze Wolke schob sich drohend vor die Sonne und verdunkelte den gepflegten Vorgarten. Ein bremsender Turnschuh wirbelte eine Staubfahne hoch.

"Bist du verrückt?" Jakobs tiefblaue Augen blickten auf seinen besten Freund. Marko saß gelangweilt auf der Wiese. Wie immer trug er seine Schirmmütze verkehrt herum und weizenblonde Haarbüschel lugten hervor. Eben noch den Blick auf seinen Holzstab gerichtet, an dem er eifrig schnitzte, sah ihn sein Freund plötzlich an.

 

Die Nachnahmen und Örtlichkeiten spielen für die Geschichte keine Rolle, zudem hast Du einen Perspektivwechsel eingebaut und schreibst mal aus Jakobs und dann wieder aus Markos Sicht, das hemmt den Lesefluß.

 

Aber aller Anfang ist schwer und ich denke, wenn Du ein wenig herumfeilst, werden wir noch tolle Geschichten von Dir zu lesen bekommen. Bitte nicht persönlich nehmen. Nur die Meinung einer Leserin. Wie Du siehst, gibt es verschiedene Reaktionen.