Am 07. 01. 2011 habe ich meine erste Einsendeaufgabe an die Schule des Schreibens über den Autorencampus übermittelt. Ein komisches Gefühl, nach so langer Zeit wieder eine Aufgabe abzugeben. Aber ich denke, sie ist mir gut gelungen. Ich bin gespannt wie eine Gitarrensaite was meine Studienleiterin davon hält. Es dauert nur ein paar Tage und eine E-Mail kündigt mir an, dass ich Post von meiner Schule habe. Rasch logge ich mich in den Campus ein und klicke freudig erregt auf das Nachrichtensymbol. Ja, es ist meine erste Aufgabe. Der einleitende Brief meiner Studienleiterin attestiert mir in freundlichen Worten, dass ich es mit einer erfahrenen Dame zu tun habe. Nachdem sie in kurzen Worten ihren Werdegang beschreibt, wendet sie sich meiner Aufgabe zu. Sie scheint ihr gefallen zu haben. Meine Augen kleben an den Kommentarblasen und ihren Inhalten.

 

Nachfolgend einige Auszüge ihrer Kommentare:

 

Ein spannender Einstieg, der beim Leser Fragen aufwirft. Neugierig geworden, lese ich weiter.

 

Ihre Metapher „Seifenblase“ gefällt mir gut. Ihr Text liest sich geheimnisvoll, der Leser bekommt die Möglichkeit selbst zu interpretieren. Gleichzeitig geben Sie ihm aber auch immer wieder Futter aus der Realität.

 

Hier schlage ich vor, ein weniger starkes Adjektiv zu verwenden, denn „gebrochene“ Augen signalisieren Tod. Der Mensch ist aber nicht tot, sondern schwermütig. Besser also: „glanzlose“ oder „trübe“ Augen.

 

Ihren Übergang in die Ich-Erzählung finde ich gelungen. Jetzt ist die Distanz weg, der Ich-Erzähler bekennt Farbe. Er will Schriftsteller werden.

 

Auch ich kann bestätigen: Es ist ein hartes Brot, Schriftsteller zu sein. Besonders, wenn man damit Geld verdienen will.

 

Schlusssatz: Eine gelungene Auftaktarbeit: Geheimnisvoll und authentisch zugleich!

 

Na das ist doch schon mal was, denke ich und lehne mich in meinen Stuhl zurück. Am liebsten würde ich sofort GR02, also die nächsten Lektionen, bearbeiten aber in einem E-Mail wurde mir mitgeteilt, es etwas langsamer anzugehen. Und bei näherer Betrachtung hat die Dame recht. Wenn man zu schnell voranstürmt, bleibt vieles nur oberflächlich. Das ist beim Schreiben wie bei der Liebe dasselbe.