Wie bleiben Sie bei der Arbeit? So die Einleitung zu Lektion 4.

 

Und damit wären wir auch schon beim Thema: Disziplin und Ausdauer. Am Anfang meines Erstsemesters stürzte ich mich voller Neugier in die bevorstehenden Aufgaben. Jetzt, einen Monat später, stottert mein Motor etwas. Mag sein, dass das mit der Fertigstellung meines dritten Buches: Stammtischgespräche – Reicher als reich zusammenhängt. Kann gut sein, dass mich mein Freundschaftsdienst – ich schreibe Berichte für BLO24.at – ein wenig überfordert hat. Nach wie vor bin ich Perfektionist und nun in einer schöpferischen Krise. Ich komme einfach noch nicht klar damit, mein eigener Chef zu sein. In Lektion 4 soll ich nun lernen, wie ich am besten mit flexiblen Arbeitszeiten umgehe. Ich werde lernen, mir konkrete Ziele zu setzen und einen verbindlichen Stundenplan aufzustellen.

 

Und damit wäre ich auch schon bei Übung 4.1: Ein Ziel formulieren. Ich werde aufschreiben was ich erreichen will und diesen Text an meinem Arbeitsplatz gut sichtbar anbringen. Wichtig ist dabei, sich seine Ziele nicht zu hoch zu stecken. Ein unerreichbares Ziel hat schon manchem den Mut fürs weitergehen genommen.

Ohne eine vernünftige Zeiteinteilung, wird sich kein Erfolg einstellen. Das habe ich schon gemerkt. Nachdem ich täglich bis zu acht Stunden vor dem PC gesessen bin, hat mich meine Frau gefragt, ob ich sie noch brauche. Übermut tut selten gut, kann ich dazu nur sagen. Ich werde das Schreiben konsequenter und nur mehr bis Mittag betreiben, das ist meine erste Zielsetzung.

Sommerset Maugham sagte diesbezüglich: „Wer hauptberuflich schreibt, kann es sich nicht leisten, nur dann zu schreiben, wenn ihm danach ist.“ Wenn Sie nun sagen: „Drei Stunden täglich stehen mir nicht zur Verfügung!“ denken Sie auf der Suche nach Schreibstunden und Schreiroutine auch über die Möglichkeiten, die das Wochenende Ihnen bietet, nach! Ich weiß, wenn man abends müde von der Arbeit nach Hause kommt, fehlt einem meist die Motivation. Wenn man sich jedoch vornimmt, eine Stunde zu schreiben, kann sein, dass es einem leichter fällt als gedacht. Man sollte täglich schreiben und sich so einen Rhythmus schaffen.

 

Übung 4.2: Personen mit Leben ausstatten.

Erfinden Sie für nachfolgende Personen Eigenschaften, Marotten und Adressen. Schreiben Sie für jede einen Kurzlebenslauf, entscheiden Sie, wie sie sich kleidet, wie sie spricht, kurz: Notieren Sie alles, was die Figur unverwechselbar macht:

 

Patrizia von Alvensleben (42)

Harry Warrelmann (20)

Hildegard Wohlfeil (67)

Benni (6)

Katinka Schröder (12)

 

Merke: Schreiben Sie regelmäßig. Eine gute Seite ist wichtiger als zehn schlechte. Und halten Sie ihr Tagespensum. Wichtig ist es auch, seine Gedanken zu speichern. Ein Notizblock, ein Diktiergerät sollte jeder Schreibende immer mit sich führen. Die Atmosphäre, die ein Schriftsteller zur Arbeit braucht, muss er in sich selbst haben. Wenn er darauf wartet, dass die äußeren Umstände sie ihm schaffen, kann er vermutlich lange warten. Aber denken Sie an Pausen. Pausen sind wichtig und verhindern eine Verkrampfung. Wichtig ist es auch, immer etwas zu trinken in Griffweite zu haben. Mumifizierte Schriftsteller tun sich schwer mit dem Tippen.

 

Übung 4.3: Schreiben Sie über ein Ereignis

 

Diese Übung gleicht der dreigeteilten Übung der letzten Lektion, bis auf einen wichtigen Punkt: Diesmal ist ihr Thema nicht eine persönliche Erfahrung, sondern ein Ereignis, von dem Sie gehört oder gelesen haben.

Quellen dafür gibt es genug:

Eine Sendung aus dem Fernsehen oder dem Radio.

Ein Zeitungsartikel.

Ein Bildbericht in einer Zeitschrift.

Eine Begebenheit, die man Ihnen erzählt hat.

 

Zum Abschluss ein Tipp gegen mangelnde Ausdauer:

Bequeme Kleidung und die richtige Sitzgelegenheit sind für Ihre Arbeitsleistung und Gesundheit entscheidend. Suchen Sie sich den besten Arbeitsplatz in Ihrer Wohnung (Licht, Ruhe, angenehme Umgebung).

 

Und jetzt: Gutes Gelingen.