Schon bei der Überschrift zum Heft GR02 mach ich mir so meine Gedanken.

 

Wie können Sie weitermachen?

Wie bleiben Sie bei der Arbeit?

 

Na schreiben will ich, das ist doch klar! Ich schlage das Heft auf und schon der erste Satz macht mich stutzig: In dieser Lektion erfahren Sie, wie wichtig es ist, sich einen großen Vorrat an Notizen zuzulegen und diese zweckmäßig zu ordnen. Mit Gliederung, Schema, Thema und roter Faden geht es weiter. Arbeiten Sie systematisch und rationell, steht hier auch noch.

 

Heft zwei, erste Probleme, denke ich. Systematisch und rationell arbeiten war noch nie meines, und wie soll ich mein Gedankenfeuerwerk in eine Kartei mit alphabetischem Register ordnen? Doch sehr ausführlich und klar werden anschließend verschiedene Lösungsansätze erklärt. Der einfachste: der Notizblock ist immer am Mann – oder Frau. Ich bin froh, dass ich mir vor einiger Zeit ein Diktiergerät zugelegt habe. Meine Handschrift gleicht der eines Arztes und die kann ich manchmal nicht entziffern. Dann wird ausführlich auf die Gliederung eingegangen bis sie mit dem Merksatz: Eine gute Gliederung ist wichtig, ihren Abschluss findet.

 

Endlich ... Übung 3.1, doch halt, diese Übung teilt sich in drei Schritte:

 

Schritt 1:

Wählen Sie ein eigenes Erlebnis, das Ihnen besonders eindrucksvoll erscheint. So eindrucksvoll, dass es auch Ihre Leser interessieren dürfte.

Denken Sie über die Story gründlich nach, sammeln Sie alles Wissenswerte über Personen, Schauplatz, Zusammenhänge und Auswirkungen. Wenn Sie alles beisammen haben: Ordnen Sie Ihr Material und gliedern Sie den Stoff wie in dieser Lektion beschrieben. Bewahren Sie diese Notizen und die Gliederung auf, Sie werden diese Aufzeichnungen für die nächsten Schritte in den beiden folgenden Übungen brauchen.

 

Schritt 2:

Bereichern Sie nun Ihr Erlebnis aus der vorangegangen Übung 3.1 mit Details. Geben Sie Ihrer Geschichte auf diese Weise Farbe und Leben. Schreiben Sie eine Geschichte von etwa 50 Zeilen. Lassen Sie die fertige Arbeit möglichst einige Tage liegen, damit Sie Abstand gewinnen. Dann experimentieren Sie mit unterschiedlichen Anfängen, mindestens drei.

 

Schritt 3:

Ihre Geschichte haben Sie nun mehrfach überarbeitet und mit verschiedenen Anfängen experimentiert. Geben Sie nun ihrer Geschichte einen wirkungsvollen Ausklang. Gestalten Sie es wie mit dem Anfang, indem Sie drei verschiedene Schlüsse versuchen. Diese Arbeit trägt dazu bei den Blick für Variationen zu schulen. Autoren neigen dazu, sich in ihre ersten Ideen zu verlieben. Das Experiment mit Anfang und Schluss zeigt neue Perspektiven.

 

Na ja, denke ich, komme ich ja doch noch zum Schreiben. Das mit der „Arbeit“, also Lektion 4, streiche ich vorerst aus dem Gedächtnis. Ich sitze täglich fast sieben Stunden vor meinem PC.

 


Ein kurzer Überblick über den Stoff der dritten Lektion:

 

1.      Bringen Sie Ordnung in Ihre Notizen.

2.      Eine Gliederung bringt den Stoff in die richtige Reihenfolge.

3.      Ein bewährtes Schema: Anfang, Mittelteil, Schluss.

4.      Einzelheiten beleben den Text.

5.      Details erst machen Geschichten reizvoll.

6.      Belletristik, Sachliteratur, Geschäftsbrief: Der Schluss muss zum Thema passen.

 

a)      Folgende Punkte würden in den Anfang einer Geschichte passen: Tatsachen, Standpunkte, Erfahrungen, Gegenwart, Vergangenheit, Allgemeines.

 

b)    Im Mittelteil sind gewöhnlich folgende Gedanken zu finden: Für und Wieder, Vor und Nachteile, Besonderes, Verschiedene Standpunkte, Lösungsmöglichkeiten.

 

c)     Der Schluss gestaltet sich am besten mit diesen Überlegungen: Bedingungen, Unvermeidliche Entwicklung, Beste Lösung, Konsequenzen, Empfehlungen, Einsichten, Ausblick.

 

Was bewirken Einzelheiten und wie wichtig sind Details für den Text: Einzelheiten stellen Beziehungen her zwischen Ursache und Wirkung, sie legen Motive bloß, sie erregen die Vorstellungskraft, sie versinnbildlichen ein Thema.